Venezuela verstaatlicht Ölindustrie

15. März 2007, 16:39
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Staatspräsident Chavez macht Ernst mit Ankündigung und unterzeichnete entsprechendes Dekret

Caracas - Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez hat ein Dekret zur Verstaatlichung der Ölindustrie im fünftgrößten Rohöl-Produzentenland der Welt unterzeichnet. Die Öffnung des Sektors für ausländisches Kapital in den Neunzigerjahren sei unheilvoll gewesen, sagte der Linksnationalist Chávez. Dieser letzte Verstaatlichungsschritt im Ölbereich betrifft die Fördergebiete im Orinoko-Streifen, wo extraschweres Öl gefördert wird und die größten Reserven der Welt vermutet werden. Chávez kündigte auch eine militärische Besetzung der Felder am 1. Mai an.

Ausländische Firmen, die im Orinoko-Streifen tätig sind, darunter die US-Gesellschaften Exxon Mobil, Chevron und Conoco-Phillips sowie die französische Total, British Petroleum und Statoil aus Norwegen, müssen eine Umwandlung in Joint-Venture-Unternehmen akzeptieren, bei denen der Staat die Kapitalmehrheit halten wird. Ausschüsse zur Vorbereitung dieser Umwandlungsprozesse sollen laut Chávez schon diese Woche gebildet werden. Chávez hatte zuvor bereits versprochen, dass Arbeiter und Angestellte der ausländischen Firmen auf keinen Fall in Mitleidenschaft gezogen werden sollen. Die Firmen, die mit den neuen Gesetzen einverstanden seien, könnten in Venezuela bleiben.

Die Rohölreserven im Orinoko-Becken im Westen des Landes werden zur Zeit noch im Rahmen so genannter "strategischer Vereinigungen" mit der staatlichen PDVSA von ausländischen Firmen ausgebeutet. In einem 600 Kilometer langen und 70 Kilometer breiten Streifen parallel zum Orinoko-Fluss werden die größten Ölreserven der Welt vermutet. Venezuela spricht von 1370 Milliarden Fass (zu je 159 Litern). Derzeit hat Venezuela bestätigte Reserven von gut 80 Mrd. Barrel. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.2.2007)

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