Gusenbauer offen für Gespräche über Telekom-Partnerschaft mit Athen

8. März 2007, 11:30
posten

Kanzler hält OMV "früher oder später" für Übernahmeziel und mahnt "stabile Eigentümerstruktur" ein

Die österreichische Regierung hat ihre Bereitschaft für eine strategische Partnerschaft zwischen der Telekom Austria (TA) und der griechischen Hellenic Telecom (OTE) signalisiert. Wenn die griechische Regierung eine engere Kooperation als den bisher angekündigten Verkauf eines Fünftels der OTE erwäge, sei Österreich zu Gesprächen bereit, sagte Gusenbauer in einem Interview mit der Finanzagentur "Bloomberg".

Kooperation

"Eine engere Kooperation mit OTE würde Sinn machen, weil sie zu einer Konsolidierung am Markt führt", betonte der Bundeskanzler. Er sei sicher, dass Österreich ein "gutes Angebot" dafür unterbreiten könne. Zu welcher Eigentümer-Struktur ein solcher Zusammenschluss führen würde, könne man aber noch nicht sagen. Gusenbauer bekräftigte am Dienstag, Österreich plane keine weiteren Anteilsverkäufe bei der Telekom Austria - die ÖIAG hält derzeit noch 25,18 Prozent. "Wir sind aber bereit eine strategische Partnerschaft zu formen, wenn diese zu etwas größerem führt. Wir sind für viele Vorschläge offen", so der Bundeskanzler.

Halbierung

Griechenland hat bisher nur angekündigt, seinen verbliebenen Staatsanteil von knapp 40 Prozent noch einmal halbieren zu wollen. Im Gespräch ist seit längerem, dass Athen auch seine übrigen Staatsanteile in die Telekom Austria einbringen und gegen neue TA-Anteile tauschen könnte. Dadurch würde zwar der österreichische Staatsanteil an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen auf unter 25 Prozent fallen, gemeinsam mit den griechischen Anteilen könnte aber die staatliche Sperrminorität dennoch aufrecht bleiben, spekulieren Beobachter schon seit einigen Monaten.

Weiterer Privatisierungskandidat

Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer (V) hatte neben der Telekom Austria zuletzt auch die OMV mehrfach als Privatisierungskandidat bezeichnet. Gusenbauer stellte einmal mehr klar, dass sich die SPÖ keine weiteren Privatisierungen vorstellen kann. Allerdings räumte er ein, dass "die OMV früher oder später ein Übernahmeziel werden würde, nachdem sie ein exzellentes Unternehmen ist. Darum sind wir an einer stabilen Aktionärsstruktur interessiert", so der Bundeskanzler. Details zu diesen Überlegungen nannte er nicht.

Chance gegen Null

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer hatte dagegen erst im Dezember erklärt: "Für eine Übernahme der OMV geht die Chance gegen Null." Auch wenn sich mehr als 50 Prozent der OMV im Streubesitz befänden, könne eine Kontrolle über den Konzern auch auf Grund des Syndikatsvertrags zwischen den beiden Hauptaktionären ÖIAG und IPIC nicht erlangt werden. Die beiden halten zusammen 49,1 Prozent. In der Zeit, in der jemand 49 Prozent kaufen könne, hätten ÖIAG und IPIC ein Prozent hinzu erworben, um über die 51-Prozent-Grenze zu kommen, so Ruttenstorfer damals. (apa)

Share if you care.