Jetzt werden die Karten aufgedeckt

12. März 2007, 14:13
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Der Ticketverkauf startet, via Internet ist zunächst ein Drittel der 1,05 Millionen Eintrittskarten zu haben.

Zum Beispiel das Spiel 26, ein Viertelfinale. Es steigt am 20. Juni 2008 um 20:45 Uhr im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Und wer weiß, vielleicht mit Österreich. Der Sieger der Gruppe B jedenfalls trifft auf den Zweiten der Gruppe A. Zugegeben, da geht man schon ein gewisses Risiko ein, wenn man davon ausgeht, dass Österreich die Gruppe B gewonnen haben wird. Auf der anderen Seite stehen die Gruppengegner ja noch nicht fest. Wenn am Donnerstag gegen Mittag im Internet (www.euro2008.com) der erste Durchgang des EM-2008-Ticketverkaufs beginnt, dann weiß man nur, dass die Schweiz die Gruppe A und Österreich die Gruppe B schmücken wird.

Knapp mehr als eine Million Eintrittskarten werden für die 31 Partien der EM-Endrunde (7. Juni bis 29. Juni) aufgelegt, an der sich 16 Mannschaften in vier Gruppen beteiligen. Insgesamt 75 Prozent der Karten sollen an Fans gehen, 35 über den öffentlichen Verkauf, dazu je 20 über die zwei Verbände, die am jeweiligen Match beteiligt sind. Ab morgen ist zunächst rund ein Drittel der Karten schon zu haben, im Internet anzugeben ist vor allem die Nummer der jeweiligen Partie, derart und nach den acht Spielorten hat der Standard den Spielplan sortiert (siehe rechts unten). Karten für Vorrundenpartien sollen etwa 40 bis 120 Euro kosten, entgegen ersten Angaben würde man damit etwas über den WM-2006-Preisen (35 bis 100 Euro) liegen.

Am Ende des ersten Verkaufsdurchgangs, der bis 31. März dauert, wird eine Lotterie stehen, die Gewinner sollen Ende April verständigt werden. Die Verantwortlichen betonen, es sei egal, ob eine Anmeldung am 1. oder am 28. März erfolgt, die offizielle Homepage macht diesbezüglich widersprüchliche Angaben. Jedenfalls wäre es kein Wunder, würde am Donnerstag gleich einmal der Server zusammenbrechen.

"Follow my team"

Zunächst dürften vor allem Tickets für die Spiele der Schweizer und Österreicher sowie für die finale Phase weggehen. Ein Tifosi freilich muss nicht unbedingt bis zur Gruppenauslosung (2. Dezember, Luzern) warten, nach der er weiß, wann und wo Italien auftritt. Schon jetzt werden „Follow my team“-Pakete, also Karten für alle Spiele eines Teams während der Gruppenphase oder für das gesamte Turnier angeboten. Gültig werden die Pakete erst, wenn sich das jeweilige Team qualifiziert hat. Die Karten werden frühestens im Frühjahr ’08, spätestens zwei Wochen vor EM-Beginn verschickt, man will Ticketfälschern möglichst wenig Zeit geben.

Vor der WM 2006 in Deutschland war das Ticketing eines jener umstrittenen Themen, die hernach von der sommermärchenhaften Euphorie überdeckt wurden. Groß war die Empörung über die Vielzahl der Daten, die von jedem potenziellen Kartenkäufer verlangt wurden, dennoch gingen mehr als 30 Millionen Bestellungen für drei Millionen Tickets ein. Später trieb der Computerwurm „Sober“ in gefälschten Ticketbestätigungs-Mails sein Unwesen. Ob tatsächlich jeder Stadionbesucher seine Karte auf offiziellem Wege erworben hatte, ließ sich klarerweise nicht feststellen, an den Eingängen hätten sich stundenlange Wartezeiten ergeben. Am Ende gab’s noch Wickel, weil selbst VIP-Karten personalisiert werden mussten.

Aktion für treue Fans

Die EURO-2008-Veranstalter gehen vergleichsweise gelassen und unbürokratisch an die Sache heran. Einem Käufer werden pro Partie nicht mehr als vier Karten zugestanden, er allein muss nur seinen Namen angeben. Großfamilien oder Kegelvereine allerdings haben von vornherein so gut wie keine Chance, einen EM-Spielbesuch gemeinsam zelebrieren zu können. Finanzkräftige Firmen können über ein spezielles Hospitality-Programm zu Karten kommen. Besonders treuen Fans, die beispielsweise auch regelmäßig zu Auswärtsspielen des Teams reisen, will Österreichs Fußballbund (ÖFB) im Dezember in einer speziellen Aktion quasi ein Vorkaufsrecht auf Tickets der ÖFB-Matchkontingente sichern. (Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE 28.2. 2007)

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    Bei österreichischen EM-Spielen sollten österreichische Fans 55 Prozent des Publikums bilden. Wenn nicht mehr.

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