Forscher entdecken fossilen Mondfisch - im Naturhistorischen Museum

6. März 2007, 16:52
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Fast drei Meter großes Tier lebte vor rund 25 Millionen Jahren - Vor einigen Jahren in der Nähe von Pucking ausgegraben

Wien - Forscher des Naturhistorischen Museums haben in den Sammlungsbeständen des Hauses einen auf dem Gebiet des heutigen Österreich entdeckten rund drei Meter großen fossilen Mondfisch gefunden. Die heute im Pazifik, Atlantik und Indischen Ozean anzutreffenden Hochseefische haben ihren Ursprung in den ehemals tropischen Meeren Europas, hieß es in einer Aussendung des Museums.

Gefunden wurde das Fossil vor einigen Jahren von einem Privatsammler in den 25 Millionen Jahre alten Tongesteinen von Pucking (Oberösterreich). Zu dieser Zeit war das Alpenvorland noch ein tiefer Meerestrog - Tiefseefische mit Leuchtorganen und Schalen von Perlbooten blieben in diesen Ablagerungen bis heute erhalten.

Zerfallen

Ins NHM gelangte der in Hunderte von Teilen zerfallene Fund durch den Erwerb der ganzen Sammlung. Erst im Rahmen eines Forschungsprojektes über die Tiefseefauna identifizierten Wissenschafter des NHM und des Moravske Muzeum in Brünn nun den Fund als Überreste eines fast drei Meter großen Mondfischs. Neben der typischen, hohen Rückenflosse und großen Teilen der Wirbelsäule sind der Kiemenapparat und winzige, mit Stacheln bestückte Hautplättchen erhalten geblieben.

Bisher waren nur wenige und schlecht erhaltene Überreste von fossilen Verwandten der Mondfische aus Italien und Russland bekannt. Diese etwa 50 Millionen Jahre alten Fossilien repräsentierten zwar noch einen wesentlich primitiveren und wahrscheinlich kleineren Typus, beweisen aber, dass sich die Mondfische bereits zu dieser Zeit von den Kugelfischen abgespalten hatten. Der neue österreichische Mondfisch belegt damit, dass sich die Mondfische bereits seit 25 Millionen Jahren in ihrer ökologischen Nische erfolgreich behaupten.

Bis zu zwei Tonnen schwer

Mondfische (Mola mola)können heute über drei Meter lang, bis zu vier Meter hoch und mehr als zwei Tonnen schwer werden. Sie werden häufig mit Haien verwechselt, da sie auch an der Meeresoberfläche schwimmen und Rückenflossen haben, die wie bei Haien aus dem Wasser ragen. Durch die Verschmutzung der Ozeane und die Treibnetzfischerei sind die Bestände rückläufig. (APA/Red)

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    Im Naturhistorischen Museum in Wien wurde das Fossil eines Mondfisches gefunden.

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    Heute lebende Mondfische erreichen eine Höhe von vier Meter und ein Gewicht von rund zwei Tonnen. Dieses Exemplar wurde vor wenigen Wochen vor der philippinischen Küste aus dem Meer gefischt.

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