Dänemark: Genaue Geschichtskenntnisse bei Einbürgerungstest verlangt

5. März 2007, 15:16
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Detaillierte Fragen, etwa nach dem Regisseur der Spielfilmreihe "Olsen-Bande"

Kopenhagen - Zuwanderer in Dänemark müssen künftig vor Zuerkennung der Staatsbürgerschaft einen umfangreichen Test mit Fragen zu Geschichte, Politik und Kultur ihrer Wahlheimat absolvieren. Die am Dienstag in Kopenhagen veröffentlichte Version eines Fragenkataloges wurde auch von alteingesessenen Dänen überwiegend als schwierig eingestuft. Bewerber um die dänische Staatsbürgerschaft müssen unter anderem mit der Frage rechnen, wann in dem skandinavischen Land das Frauenwahlrecht eingeführt (1915) wurde und wer Regisseur bei der vor Jahrzehnten gedrehten dänischen Spielfilmreihe "Olsen-Bande" war (Erik Balling).

Gebühr von 600 Kronen

Bewerber müssen mindestens neun Jahre in Dänemark gelebt haben und nachweisen, dass sie Dänisch sprechen. Für den neu eingeführten Test wird eine Gebühr von 600 Kronen (80 Euro) erhoben. Derzeit warten 6000 Bewerber auf Bearbeitung ihrer Einbürgerungsanträge. Der Ausländeranteil an der dänischen Bevölkerung liegt bei 5,5 Prozent

Ausländerministerin Rikke Hvilshöj erklärte zu dem Katalog in der Zeitung "Jyllands-Posten", die Beantwortung sei "relativ leicht", da bis auf fünf aktuelle Fragen alle 200 anderen bekannt seien. Bewerber müssen mindestens 28 Fragen richtig beantworten, wobei sie jeweils aus drei möglichen Antworten auswählen können. "Dänische Bürger müssen fundamentale Kenntnisse der zentralen Aspekte von Geschichte, Gesellschaft und Kultur haben", erklärte die Ministerin.

Zuzugsbeschränkungen

Vertreter der rechtspopulistischen DVP, die im Folketing Mehrheitsbeschaffer für die Minderheitsregierung in Kopenhagen ist, haben die geplanten Tests als Instrument zur Senkung der Einbürgerungszahlen begrüßt. Die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat sich seit ihrem Amtsantritt Ende 2001 vor allem durch scharfe Zuzugsbeschränkungen für Ausländer profiliert. So können Dänen ihre Ehepartner aus Ländern außerhalb der EU frühestens ab Erreichen des 25. Lebensjahres ins Land bringen. (APA/dpa)

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