Paraguay ruft Notstand wegen Dengue-Epidemie aus

6. März 2007, 16:55
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Derzeit rund 13 000 Fälle - Mindestens vier Menschen bisher an der Krankheit gestorben

Asunción - Paraguay hat wegen einer Dengue-Epidemie mit bereits mehr als 13 000 Erkrankten den Notstand zunächst für 60 Tage ausgerufen. Zugleich gab das Parlament in Asunción am Montag Haushaltsmittel für die Bekämpfung der von Mücken übertragenen Viruserkrankung frei. In den vergangenen Tagen waren jeweils etwa 650 neue Fälle bekannt geworden. Bisher sind mindestens vier Menschen an der Krankheit gestorben.

Kritiker warfen der Regierung unterdessen Tatenlosigkeit angesichts der Epidemie vor. Die Mücken, die die Viren übertragen, hätten wegen der fehlenden Kanalisation ideale Brutbedingungen in offenen Abwasserkanälen und auf wilden Müllhalden. Zudem seien die offiziellen Krankenzahlen geschönt. Sie müssten mindestens mit zehn multipliziert werden, weil viele Menschen keinen Zugang zum Gesundheitssystem hätten oder versuchten, sich mit Hausmitteln zu kurieren, sagte der oppositionelle Abgeordnete Héctor Lacognata.

Vier Subtypen

Insgesamt gibt es vier verschiedene Subtypen von Dengue-Viren. Die Erkrankung äußert sich durch starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen und starke Gliederschmerzen. Besonders gefährlich ist es, wenn ein Betroffener früher schon einmal an einer anderen Variante des Dengue-Fiebers erkrankt war.

Dann kommt es leichter zu einer schweren Verlaufsform mit inneren Blutungen, an der gerade in ärmeren ländlichen Gebieten bis zu 30 Prozent der Betroffenen sterben. Weltweit gibt es nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation etwa 50 Millionen Dengue-Fälle pro Jahr. (APA/dpa)

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