Versöhnungsgespräche zwischen Süd- und Nordkorea

2. März 2007, 15:03
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Nach sieben Monaten Pause - Nordkoreanischer Unterhändler in den USA

Seoul - Zwei Wochen nach der Einigung im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm haben Süd- und Nordkorea am Dienstag neue Versöhnungsgespräche begonnen. Wegen des Atomstreits war der Dialog zwischen Seoul und Pjöngjang sieben Monate lang unterbrochen gewesen. Der südkoreanische Vereinigungsminister Lee Jae Joung sagte vor seiner Abreise nach Pjöngjang, er werde dem Norden eine enge Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Vereinbarungen im Atomstreit anbieten.

In Pjöngjang wurden Lee und seine Delegation nach Berichten südkoreanischer Medien vom nordkoreanischen Ministerpräsidenten Pak Bong Ju zu einem gemeinsamen Abendessen empfangen. Bei den "Ministergesprächen" wird Nordkorea durch den "Kabinettsrat" Kwon Ho Ung vertreten. Südkorea hatte nach einer Reihe von Raketentests in Nordkorea seine Wirtschaftshilfe für das Nachbarland eingefroren.

Lee sagte, es gehe um eine Normalisierung des innerkoreanischen Dialogs und um "Wege zu einem dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel". Als mögliche Themen der Gespräche hatten Regierungsbeamte in Seoul die Wiederaufnahme von Hilfslieferungen mit Reis und Düngemitteln an Nordkorea, neue Treffen zwischen getrennt lebenden Familien, die Öffnung grenzüberschreitender Schienenverbindungen und wirtschaftliche Vorhaben genannt. Wegen der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel war der innerkoreanische Dialog seit Juli des vorigen Jahres unterbrochen.

Nordkorea hatte sich Mitte Februar bei den Sechs-Parteien-Gesprächen mit Südkorea, den USA, Russland, China und Japan verpflichtet, innerhalb von 60 Tagen seine wichtigste Atomanlage zu schließen. Im Gegenzug soll es umfangreiche Energie- und Wirtschaftshilfen erhalten. Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun erklärte, sein Land wolle bei dem für vier Tage angesetzten Treffen hervorheben, dass Nordkorea mit den gewünschten Sicherheitsgarantien rechnen könne, wenn es sein Atomprogramm tatsächlich einstelle. Dies liege im unmittelbaren Interesse Pjöngjangs.

Der nordkoreanische Vizeaußenminister und Unterhändler für die Sechser-Gespräche, Kim Kye Gwan, traf am Dienstag nach chinesischen Angaben auf seinem Weg in die USA in Peking ein. Das US-Außenministerium hatte diese Woche mitgeteilt, dass Gespräche zwischen Kim und seinem amerikanischen Gegenüber Christopher Hill in New York geplant seien. Die Einigung bei den Sechser-Gesprächen sieht auch eine Arbeitsgruppe vor, die sich mit der Normalisierung der Beziehungen beider Länder befassen soll.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte am Samstag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise gemeldet, Kim werde am 1. März einen Vortrag in San Francisco halten und anschließend nach New York weiterreisen. Gespräche zwischen Kim und Hill sind in einer Einigung vorgesehen, die am 13. Februar im Atomstreit erzielt worden war. Die Führung in Pjöngjang hat sich bereit erklärt, im Gegenzug zu Energiehilfen Schritte zur nuklearen Abrüstung zu unternehmen. (APA/dpa)

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