Schmerz im Rücken

12. Juli 2007, 16:29
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85 Prozent der Österreicher leiden unter Kreuzschmerzen - Eine Fitness-Kampagne soll gegen das Volksleiden Nummer eins vorgehen

Wien - Kaum ein Österreicher hat keine Kreuzschmerzen. 85 Prozent der Bevölkerung leiden an den weit verbreiteten Beschwerden, vor allem ältere Menschen sind betroffen. Der Pensionistenverband (PVÖ) hat deshalb am Dienstag eine Fitness-Kampagne gestartet. Es gehe vorrangig um "glückliches Altern", betonte PVÖ-Präsident Karl Blecha im Rahmen einer Pressekonferenz, aber auch darum, "einen Beitrag zur Entschärfung der Finanzierbarkeit von Gesundheit" zu leisten.

Schwierige Diagnose

Obwohl die meisten unter Kreuzbeschwerden leiden, sei eine genaue Diagnose nur sehr selten möglich. Röntgenbilder und andere Untersuchungsmethoden brächten in vielen Fällen keinen Nachweis für Schmerzen, betonte Hans Tilscher, Vorstand des Ludwig Boltzmann Instituts für konservative Orthopädie. Der Mediziner war auch für die fachliche Betreuung der neuen Gratis-Broschüre "K wie Kreuz" verantwortlich.

Gezielte Bewegung

"Wichtig ist gezielte Bewegung, nicht irgendeine", bekräftigte Helmut Senekowitsch. Der Coach der legendären Fußball-Nationalmannschaft, die 1978 in Cordoba Deutschland 3:2 besiegte, erholt sich derzeit aktiv von einer schweren Operation. "Ich habe dabei ungewollt 14 Kilo abgenommen, aber ich muss sagen, mit weniger Gewicht geht alles leichter", so der jetzige Sportreferent des PVÖ. Der 73-Jährige ist ein begeisterter Radfahrer und rät nicht nur seinen Altersgenossen: "Bewegung, Bewegung, Bewegung."

Orthopädie vernachlässigt

"Allzu schnell werden bei Kreuzschmerzen der Bandscheibenschaden oder Abnützungen als Ursache überlegt. Allerdings sind in vielen Fällen Fehlbelastungen der Wirbelbogengelenke, der Muskeln oder Bänder der Grund für die Beschwerden", erklärte Tilscher, der auch die Ausbildung der praktischen Ärzte kritisierte: "Da wird keine einzige Stunde Orthopädie gelehrt."

Blecha appellierte abschließend an die Eigenverantwortung der älteren Generation: "Es ist nicht gut, in der Früh ohne sich zu strecken aufzuspringen, zu sitzen, zu liegen, zu essen, wieder zu sitzen und dann schlafen zu gehen. So kommt es zu Schlafstörungen, Osteoporose, Schlaganfällen und Herzinfarkten." (APA)

Broschüre: "K wie Kreuz" liegt in Apotheken und bei Ärzten kostenlos auf beziehungsweise kann beim Pensionistenverband unter der Wiener Telefonnummer 313 72-45 bestellt werden
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