Miese Stimmung bei Löwen

8. März 2007, 15:18
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Acht-Stunden-Tag für 1860 München-Spieler - Kritik aus Chefetage an Geschäfts­führung - Gerüchte um Schachner-Abschied

München - Acht-Stunden-Tag für die Profis, Gerüchte um den Trainer und ein Rüffel für die Geschäftsführung - beim deutschen Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München herrscht schlechte Stimmung. Mit dem Beschluss, die Mannschaft bis zum Saisonende zu kasernieren, und einem unglücklichen Auftritt von Sportdirektor Stefan Reuter und Finanz-Geschäftsführer Stefan Ziffzer sind die "Löwen" in die Diskussion geraten. Die Spekulationen um den österreichischen Trainer Walter Schachner und dessen möglichen Abschied als Cheftrainer der "Löwen" sorgen für zusätzliche Unruhe.

Seit Wochenbeginn führen die "Löwen"-Spieler ein geregeltes Leben. In Absprache mit Schachner hatten Reuter und Ziffzer nach der 1:3-Pleite am vergangenen Freitag in Jena beschlossen, dass sich die Fußballer ab sofort und bis Saisonende jeden Tag "mindestens acht Stunden" auf dem Trainingsgelände aufhalten. Der Sinn dieser rigorosen Maßnahme besteht laut Reuter darin, "dass sich die Spieler auf das Wesentliche konzentrieren, sich mit ihrem Beruf auseinander setzen und mit 1860 beschäftigen."

Geldstrafen angedroht

In ihrer Sorge, der Traditionsklub könnte erneut in Abstiegsnot geraten, geht die Geschäftsführung im Bemühen um Ordnung noch weiter. Sanktionen drohen, wenn sich Spieler in Interviews zu Wechselabsichten oder möglichen neuen Vereinen äußeren. "Je nachdem, was in der Zeitung steht, gibt's Geldstrafen", sagte Ziffzer auf einer außerplanmäßigen Pressekonferenz am vergangenen Samstag.

Kritik aus der Chefetage

In der Chefetage der Sechziger fanden die öffentlichen Erklärungsversuche wenig Beifall. Ralph Burkei, Vizepräsident und stellvertretender Aufsichtsrats-Vorsitzender, bezeichnete in der Münchner "Abendzeitung" (Dienstags-Ausgabe) den Auftritt von Reuter und Ziffzer als "Trauerspiel. Das war eine Stimmung wie auf dem Westfriedhof, von der Außendarstellung nicht unbedingt glücklich und hatte mit Professionalität wenig zu tun."

Die Kommunikation zwischen Geschäftsführung und sportlicher Leitung scheint offenbar auch nicht zu funktionieren. Jedenfalls nahm Schachner erstaunt zur Kenntnis, dass der Acht-Stunden-Tag für die Profis bis Saisonende gelte. "Ich dachte, die Maßnahme gilt erstmal eine Woche bis zum Spiel in Braunschweig", sagte der Österreicher, "so haben wir es besprochen. Aber dann habe ich's vielleicht falsch verstanden." (APA/dpa)

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    In Gedanken versunken: Schachners Assistent Günther Gorenzel Simonitsch (li) und Sportdirektor Stefan Reuter.

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