Begabungsförderungszentrum: 6.000 Beratungen im Jahr 2006

2. März 2007, 12:04
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Wiener Anlaufstelle für die Erkennung und Förderung begabter Kinder - Die Hälfte der Anfragen bezieht sich auf PflichtschülerInnen

Wien - Das im Jahr 2002 gegründete Kompetenzzentrum für Begabungsförderung im Wiener Stadtschulrat stößt auf Interesse: Über 6.000 Beratungen hätten die fünf Mitarbeiterinnen des Zentrums im Jahr 2006 durchgeführt, erklärte die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl am Dienstag. Die Einrichtung dient Lehrern und Eltern als Anlaufstelle für die Erkennung und Förderung begabter Kinder.

Frühe Beratung

2.600 Anfragen seien dabei per Telefon und 3.200 per Brief oder E-Mail eingangen, meinte Brandsteidl bei einer Pressekonferenz. Rund 200 Personen hätten das persönliche Beratungsgespräch in Anspruch genommen. Dabei fange die Beratung bereits sehr früh an: "Elf Prozent der Kundenkontakte betrafen Fälle im Kindergarten", berichtete Brandsteidl. Über die Hälfte - 58 Prozent - der Anfragen hätten sich um Kinder in Pflichtschulen gedreht. 28 Prozent der Kontakte hätten junge Menschen in Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) und lediglich drei Prozent Jugendliche in Berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) betroffen, so die Wiener Stadtschulratspräsidentin.

"Enrichment"

1,7 Prozent der Kinder gelten laut Statistik in einer Wiener Volksschulklasse als "hoch begabt", meinte Brandsteidl. Sie machte drei Eckpfeiler im Bereich der Begabtenförderung aus: Zum einen "Enrichment", das eine Anreicherung des Standardprogramms darstelle. Das Kind bleibt dabei in seiner Schulklasse und hat die Möglichkeit, sich mit dem jeweiligen Schulstoff vertieft auseinander zu setzen. Informationen dazu soll der vom Begabungsförderungsinstitut organisierte "Enrichment-Tag" am 13. März 2007 im Gebäude des Wiener Stadtschulrates liefern. Die Veranstaltung soll sich dabei vor allem an Volksschullehrer richten.

Schulstufen überspringen

Eine weitere Option im Rahmen der Begabungsförderung stelle das Überspringen von Schulstufen dar, meinte Brandsteidl. Dies komme zwar vor, betreffe allerdings nur wenige Schüler. Der dritte Eckpfeiler betreffe "Segregation". Hierbei gibt es speziell für begabte Jugendliche konzipierte Bildungseinrichtungen wie die Sir-Karl-Popper-Schule (AHS) sowie die Schumpeter-Handelsakademie (BHS).

Um die Bekanntheit der Angebote des Begabungsförderungszentrums zu erhöhen, wurde eine CD-ROM vorgestellt, die etwa an Schulen, Elternvertreter und Horte geschickt werden soll. Zudem werde derzeit im Stadtschulrat ein spezielles Siegel für Schulen entwickelt, die sich der Begabtenförderung widmen würden, ergänzte Brandsteidl. (APA)

Nachlese
Gelangweilte Talente: Hochbegabte Kinder brauchen gerechte Förderung,die sie im Unterricht allerdings nicht immer bekommen .
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