Posthume Ehrung für Anne Frank?

19. März 2007, 12:36
1 Posting

US-Abgeordneter für Verleihung der Ehrenstaatsbürgerschaft an "Heldin und Quelle der Inspiration"

New York - Ein US-Abgeordneter möchte dem jüdischen Mädchen Anne Frank posthum die Ehrenstaatsbürgerschaft der USA verleihen lassen. Anne Frank sei durch ihr weltberühmtes Tagebuch eine "Heldin und eine Quelle der Inspiration" geworden, erklärte der demokratische Abgeordnete Steve Israel am Montag in New York.

Die Würdigung wäre auch deshalb angebracht, weil die USA im Jahr 1941 die verzweifelten Anträge von Anne Franks Vater Otto für ein Einreisevisum in die USA abgelehnt hätten. Der vergebliche Kampf der Familie Frank für eine Flucht in die USA wird derzeit in einer Ausstellung in New York dokumentiert. Die Ehrenstaatsbürgerschaft würde "Anne Frank im Tode das zuteil werden lassen, was ihr Vater im Leben für sie wollte", erklärte Israel.

Außergewöhnliche Würdigung

Die Verleihung der Staatsangehörigkeit ehrenhalber stellt in den USA eine außergewöhnliche Würdigung dar. Bisher wurden nur sechs Menschen auf diese Weise geehrt, unter ihnen Winston Churchill und Mutter Teresa.

Anne Frank war nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten mit ihrer Familie aus Deutschland nach Amsterdam geflüchtet. Dort hielten sich die Franks versteckt, bis sie 1944 verraten wurden. Anne Frank starb 1945 im KZ Bergen-Belsen an Typhus. Auch ihre Schwester Margot und ihre Mutter Edith starben. Ihr Vater Otto überlebte hingegen und veröffentlichte nach dem Krieg die bewegenden Aufzeichnungen seiner Tochter, die unter dem Titel "Das Tagebuch der Anne Frank" weltweit berühmt wurden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
    Undatiertes Archivfoto von Anne Frank
Share if you care.