Schleppen von Wasser hat in türkischem Dorf ein Ende

19. März 2007, 12:36
2 Postings

Strom- und Wassernetz für alle Ortschaften bis Jahresende geplant

Istanbul - Für die Frauen des Dorfes Yurtseven im Südosten der Türkei ist eine Zeit mühevoller Plackerei vorbei - die Ortschaft erhielt jetzt endlich fließendes Wasser. Bisher musste Trink-, Koch- und Putzwasser aus einer Entfernung von mehreren Kilometern in das Dorf in der südostanatolischen Provinz Mus gebracht werden, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV am Dienstag.

Die Wasserversorgung war traditionell die Aufgabe der Frauen. Bei der Einweihung der neuen Wasserleitung sagte Gouverneur Ibrahim Özcimen, jetzt könnten die Frauen in dem 500 Einwohner zählenden Dorf endlich auch von den Segnungen der modernen Technik wie Waschmaschinen profitieren.

Wegen der fehlenden Wasserleitung hatten die jungen Männer von Yurtseven Probleme, Bräute aus anderen Orten zu finden. Familien aus anderen Dörfern hätten ihre Töchter nicht nach Yurtseven verheiraten wollen, weil die jungen Frauen dort tagaus tagein die schweren Kübel tragen mussten, erzählte die 65-jährige Sakine Al, die selbst 50 Jahre lang Wasser schleppte.

Insbesondere im armen Osten und Südosten der Türkei fehlt es in vielen Dörfern an moderner Infrastruktur. Die Regierung will bis Ende des Jahres alle Ortschaften an das Strom- und Wassernetz angeschlossen haben. (APA)

Share if you care.