Millionen-Betrugsverdacht bei Kärntner Firma

22. März 2007, 15:24
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Der ehemalige Geschäfts­führer der in Konkurs geschlitterten Kärntner Niederlassung einer deutschen Geflügel­handelsfirma soll bis zu fünf Millionen Euro veruntreut haben

Klagenfurt/Hamburg - Die im Februar in den Konkurs geschlitterte Kärntner Niederlassung der deutschen Geflügelhandelsfirma Classico Handels GmbH wird noch lange die Gerichte beschäftigen. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestätigte am Dienstag einen Bericht im "WirtschaftsBlatt", laut dem der ehemalige Geschäftsführer des Klagenfurter Unternehmens verhaftet wurde. Er soll bis zu fünf Millionen Euro veruntreut haben.

Der Betroffene befindet sich laut Angaben der Staatsanwaltschaft seit dem Wochenende in U-Haft, und zwar wegen Verdunkelungs-, Flucht- und Tatbegehungsgefahr. Dem Ex-Treuhänder werden schwerer Betrug und Untreue angelastet. Die Anzeige wurde von den beiden Hamburger Eigentümern der Firma eingebracht, wobei als Schadenssumme 300.000 Euro angegeben wurden. "Dabei handelt es sich um einen Richtwert, die tatsächliche Schadenshöhe ist schwer abschätzbar", erläuterte die Staatsanwaltschaft. Sie sei aber "hoch", die Vorerhebungen seien im Gange.

Classico, das sich mit dem Vertrieb von Tiefkühlprodukten und Geflügel beschäftigte, hatte Mitte Februar am Landesgericht Klagenfurt den Konkurs angemeldet. Die Überschuldung beträgt laut Kreditschutzverband von 1870 rund 9,4 Millionen Euro, ein Großteil soll auf diverse Banken entfallen.

Prozessbeginn in einigen Wochen

Der beschuldigte und inhaftierte Ex-Geschäftsführer bestreitet alle Vorwürfe. "Ich kann versichern, dass kein Cent von mir veruntreut wurde", ließ er mitteilen. Die deutschen Eigentümer sehen es hingegen als erwiesen an, dass ihr Kärntner Treuhänder über eine von ihm gegründete Parallelfirma enorme Summen veruntreut habe. Der Prozess am Landesgericht Klagenfurt soll in einigen Wochen beginnen. (APA)

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