EVN leidet unter mildem Winter

19. März 2007, 16:11
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Das außergewöhnlich milde Witterung hat beim niederösterreichischen Stromversorger im ersten Quartal zu Absatzrückgängen geführt

Wiern - Der milde Winter hat beim Strom-, Gas- und Wärmeversorger EVN überraschend tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/07, das am 30. September endet, hat das Unternehmen bei gestiegenen Umsätzen weniger verdient. Für das Gesamtjahr werde ein Konzernergebnis unter dem Rekordwert des Vorjahres erwartet, teilte EVN am Dienstag mit.

Von Oktober bis Dezember hat die EVN bei einem Umsatz von 612,2 (Vergleichsperiode 2005: 547,8) Mio. Euro ein Betriebsergebnis (Ebit) von 75,4 (87,7) Mio. Euro erzielt. Das Periodenergebnis wurde von EVN mit 73,4 (82,2) Mio. Euro angegeben. EVN liegt damit unter den Schätzungen der Analysten, die für das Ebit mehrheitlich 85,5 Millionen und für den Überschuss 80,5 Mio. Euro erwartet hatten.

Druck auf Margen

Die Temperaturen im Versorgungsgebiet der EVN seien in der Berichtsperiode - gemessen an der Heizgradsumme - um fast 17 Prozent über dem Vorjahreswert und um etwa 25 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Durch die per 1. Dezember 2005 erfolgte Anhebung der Verkaufspreise für Strom und Gas habe EVN die Mehrkosten nur teils kompensieren können.

Neben den milden Temperaturen werde es weiteren Druck auf die Margen geben, die aus Netzpreissenkungen resultierten, die der Regulator per 1. Jänner 2007 verordnet hat. Vor allem die für den Gasnetzbereich verfügte Netztarifkürzung von durchschnittlich vier Prozent führe ab dem zweiten Quartal zu entsprechenden Erlöseinbußen. Die EVN-Aktien, die am Montag 4,27 Prozent auf 90,00 Euro nachgegeben hatten, gab am Dienstag um weitere 5,5 Prozent nach. (stro, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.2.2007)

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