Jelineks "Ulrike Maria Stuart" bei Heimat-Schwerpunkt im Theater Ulm

6. März 2007, 13:26
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Ebenfalls dabei: Deutsche Klassiker wie "Faust" I und II und die "Nibelungen"

Ulm - Auf dem Thema Heimat in all seinen Ausprägungen liegt der Schwerpunkt in der kommenden Spielzeit im Theater Ulm. Gezeigt werden deutsche Klassiker wie "Faust" I und II und die "Nibelungen" von Friedrich Hebbel, sagte Intendant Andreas von Studnitz am Montag in Ulm. Neben den vertraulichen, romantischen Strömungen des Heimatgefühls in Deutschland, werde mit Elfriede Jelineks "Ulrike Maria Stuart" der RAF-Terror gezeigt, der im Herbst 1977 das Vertrauen der Deutschen in die Sicherheit ihrer Heimat erschütterte, sagte von Studnitz weiter.

In dem Drama, das am 28. Oktober in Hamburg uraufgeführt wurde, geht es um die Figuren von Maria Stuart und Elisabeth I., die sich mit den Terroristinnen der Roten Armee Fraktion (RAF), Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, bildlich und sprachlich überlagern. Den "Königinnen"-Kampf spiegelt die österreichische Dramatikerin und Literatur-Nobelpreisträgerin in den Rivalitäten der beiden RAF-Führerinnen. Das Stück "Eine Familiengeschichte" der israelischen Autorin Edna Mazya, in dem es um die Frage geht, wie viele Generationen es braucht um heim zu kommen, wird am 5. April 2008 in Ulm erstmals in Deutschland aufgeführt. (APA/dpa)

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