Zwischen Donau und Wagram

29. Juli 2004, 13:15
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Niederösterreich verfügt über ein nahezu flächendeckendes Netz von Radwegen und -routen. Etliche haben allerdings den Nachteil, dass Ausgangs- und Endpunkt weit auseinander liegen und zudem keinen Anschluss an die Bahn haben.

Die Rückkehr wird daher zum Problem, so ferne man nicht gewillt ist, dieselbe Strecke ein zweites Mal zu durchradeln oder die Tour auf mehrere Tage zu erstrecken. Aber: Kombiniert man Teile des Wagram-, Weinviertel- und Kamptalweges, so lässt sich eine sehr abwechslungsreiche und zudem auch unbeschwerliche Runde am Wagram und im nördlichen Tullnerfeld zusammenstellen. Man hat praktisch nur eine einzige Steigung - vom Tullnerfeld auf den Wagram - zu bewältigen, und die ist nicht sehr arg oder steil. Sonst fährt man durch flaches Terrain und hat genug Zeit und Muße, die Sehenswürdigkeiten am Wege zu genießen.

Bei Altenwörth passiert man das Erholungsgebiet des Altarmes, der durch den Bau des Donaukraftwerks entstanden ist und hat auch die Möglichkeit, ein erfrischendes Bad zu nehmen. Auch ein kurzer Abstecher über den vor einigen Jahren errichteten Steg zum Strom bietet sich an. Höhepunkt auf der Runde ist ohne Zweifel das aus dem 12. Jahrhundert stammende Schloss Grafenegg, welches zwischen 1840 und 1873 im Stile der englischen Schlösser umgebaut wurde und heute als Stätte vieler kultureller und gesellschaftlicher Veranstaltungen dient. Allein der Park mit über 200 exotischen Bäumen ist einen Besuch wert.

Man radelt durch eine fruchtbare Gegend. Am Wagram kommt man durch mehrere bekannte Weinorte, wo Heurige zur Rast einladen. Später dominieren die Obstbäume. Als besonders idyllisch erweist sich die Route am Mühlenkamp. Die gesamte Runde ist asphaltiert, daher gibt es auch mit sehr leichten Reifen keine Schwierigkeiten. Die Beschilderung lässt keinen Wunsch offen. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Kirchberg am Wagram an der Strecke Wien-Krems. (Gute Transportmöglichkeiten mit den ÖBB.)

Man folgt den grünen Schildern des Wagram-Radweges in die Ortschaft, "erklimmt" die niedrige Geländestufe zum Ort und radelt dann über Fels am Wagram nach Feuersbrunn. Kurz vor der Ortschaft wechselt man nach links auf den Weinviertel-Radweg und erreicht das Schloss Grafenegg. Nun wählt man den Kamptal-Radweg, der über die Ortschaft Kamp, Grafenwörth, Seebarn am Wagram und Kollersdorf nach Altenwörth führt. Dort trifft man wieder auf den Wagram-Weg, der zum Ausgangspunkt zurück führt.

Die Distanzen: Bahnhof Kirchberg-Fels am Wagram 10 km, Fels-Grafenegg 6 km, Grafenegg-Altenwörth 17 km, Altenwörth-Bahnhof Kirchberg 6 km; gesamt 39 km. Höhenunterschied unter 50 m. Der Abstecher von Altenwörth zur Donau ist rund 2 km lang. Gasthäuser und Heurige auf der ganzen Strecke. Bezirksradkarte Tullner Donauraum, Maßstab 1:75.000.

Von Bernd Orfer
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