Finanzprokuratur geht gegen GAK vor

2. März 2007, 18:19
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Grazer Bundesligist hat Zahlungsvereinbarung nicht eingehalten - Rotjacken bangen wegen Altlasten um Lizenz

Graz - Ein Monat und einen Tag, nachdem Sturm Graz den Zwangsausgleich geschafft hat, ist der zweite Grazer Fußball-Bundesligist ins Visier der Finanz geraten. Gegen den GAK ist von der Finanzprokuratur ein Konkursantrag eingebracht worden. GAK-Präsident Stephan Sticher war vorerst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Am Montagabend bestätigte der GAK mittels Presseaussendung den Konkursantrag durch die Finanzprokuratur. In der von Manager Christian Leger gezeichneten Aussendung hofft der GAK "auf ähnlich professionelle Unterstützung aller Beteiligten, wie das bei Sturm Graz der Fall war."

Der Verein habe nach dem Ausstieg des "Vermarkters IMG monatelang intensivst an der Rettung des GAK gearbeitet. Durch die Entscheidung der Finanzprokuratur, die zu respektieren ist, ist der GAK jetzt auf den gleichen Weg verweisen, wie er von Sturm Graz schon beschritten werden musste", so Leger.

Also könnte es auch beim GAK zu einem Zwangsausgleich kommen, sollte das Geld nicht aufgebracht werden können. Allerdings hängt der 15. März, an dem die Lizenzunterlagen abgegeben werden müssen, wie ein Damoklesschwert über dem Verein. Vorstand, Präsidium und Präsident "werden - unter freilich geänderten Voraussetzungen - weiterhin alles daran setzen, für den GAK die Lizenzierung ... zu erreichen", hieß es weiter.

IMG hatte im April 2005 einen Vertrag über zehn Jahren abgeschlossen, der dem Klub jährliche Einnahmen von fünf Millionen Euro garantieren sollte. Die Vermarktungsagentur war aber im August 2006 aus dem Kontrakt ausgestiegen.

"Altlasten"

Nach Angaben der "Kleine Zeitung" hat der Finanzprokurator den Antrag schon am vergangenen Freitag eingebracht, Konkursrichter Paul Kortik-Platzer soll sich am Dienstag oder Mittwoch mit dem Fall befassen. Laut Vorab-Meldung hat der GAK eine "Zahlungsvereinbarung mit der Finanz" nicht eingehalten, wodurch "Altlasten in Höhe von mehr als drei Millionen Euro" wieder auflebten.

Dass der GAK in finanziellen Schwierigkeiten ist, ist nicht neu. Als Sticher das Präsidenten-Amt am 14. Juli des Vorjahres übernahm, gab sein Vorgänger Harald Sükar die Schulden mit 1,2 Millionen Euro an. Im Jänner drohten die GAK-Spieler mit Streik, weil der Verein mit Gehaltszahlungen (vier Monatsgehälter) in Rückstand war. Wenige Tage später wurde vom Klub ein Finanzierungskonzept abgesegnet, mit dem man die Probleme in Griff bekommen wollte.

14 Tage Zeit

Der GAK benötigt nun 3,2 Millionen Euro, um die laufende Saison auszufinanzieren und die Altlasten abzudecken. Sticher gestand damals, dass noch 800.000 Euro fehlen würden. Mit dem nun eingebrachten Konkursantrag ist der GAK aber nun unter Zugzwang, innerhalb von 14 Tagen müssen die Grazer laut "Kleine Zeitung" drei Millionen aufbringen.

Vor rund eineinhalb Jahren (1. September 2005) hatte die Finanzprokuratur schon gegen den Lokalrivalen Sturm einen Konkursantrag gestellt und den Klub in die Krise gestürzt. Nach dem Rücktritt von Langzeit-Präsident Hannes Kartnig und mit neuer Führung war erst am 25. Jänner dieses Jahres der Zwangsausgleich angenommen worden und der Weg zu einem Neustart frei geworden.

Für beide Grazer Klubs drängt die Zeit. Am 15. März müssen beim Senat 5 der Fußball-Bundesliga die Unterlagen für die Erteilung der Lizenz für die nächste Saison abgegeben werden. (APA)

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