Magna prüft Übernahme von Chrysler

12. März 2007, 12:27
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Zulieferer soll sich intensiv für Chrysler-Werke interessieren und auch schon mit Auto­bauer-Gewerkschaft UAW gesprochen haben

Detroit - Der kanadische Autozulieferer Magna International erwägt einem Analysten zufolge die Übernahme der US-Tochter von DaimlerChrysler. Magna "prüft ernsthaft den möglichen Erwerb", schrieb Analyst Brett Hoselton von KeyBanc Capital Markets in einer Mitteilung an die Investmentkunden. Magna prüfe intensiv die Bücher der defizitären Chrysler. Es habe ein Treffen von Magna-Managern und der US-Autobauergewerkschaft UAW gegeben, zudem habe Magna alle Chrysler-Werke besucht, schrieb der Analyst unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise.

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Magna war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Ein DaimlerChrysler-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Analyst Hoselton bewertet eine Übernahme von Chrysler durch Magna als "risikoreich". Er rechne mit Widerstand der Investoren beider Konzerne. "Das Resultat eines solchen Zusammenschlusses ist ein margenschwaches Unternehmen", schrieb der Analyst an seine Kunden.

Magna erzeugt - beispielsweise in Graz - selbst Autos, bisher aber nur im Auftrag von Originalherstellern (OEM). Die so genannte Vorwärtsintegration ist von Magna bisher aber mit Hinweis auf Geschäftsmodell und Kunden abgelehnt worden. Das Hauptargument in diesem Zusammenhang: Wenn Magna mit einer eigenen Marke produzieren würde, würde man die angestammten Abnehmer in deren (Endkunden-)Markt konkurrenzieren.

Arbeitnehmer gegen Chrysler-Verkauf an GM

Die Arbeitnehmervertreter im DaimlerChrysler-Aufsichtsrat würden sich laut "Wall Street Journal" einem Tausch der defizitären Konzerntochter Chrysler einer Minderheitsbeteiligung an General Motors entgegenstellen.

Zuvor hatte die "Financial Times" gemeldet, DaimlerChrysler erwäge einen Einstieg bei dem rote Zahlen schreibenden US-Konkurrenten. Kreisen zufolge sei das Unternehmen bereit, GM-Aktien als Bezahlung für Chrysler zu akzeptieren. Als weitere Optionen für die Zukunft von Chrysler würden ein Verkauf an Finanz- oder Brancheninvestoren sowie ein Börsengang in Betracht gezogen.

FAW Grouß wirft Auge auf Chrysler

Auch der chinesische Autokonzern FAW Group hat nach einem Bericht der in Shanghai erscheinenden Zeitung "Oriental Morning Post" ein Auge auf den angeschlagenen US-Autobauer Chrysler geworfen. Weder FAW noch DaimlerChrysler wollten zu dem Bericht Stellung nehmen. (APA/Reuters)

(APA/Reuters)

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    Das Bieterverfahren um Chrysler hat begonnen.

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