Vetomächte berieten über neue Resolution

2. März 2007, 12:32
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USA wollen diplomatischen Druck erhöhen

London - Die Vetomächte der Vereinten Nationen und Deutschland haben im Atomstreit mit dem Iran eine neue Resolution beraten und damit den Druck auf den Golfstaat erhöht. Gastgeber Großbritannien teilte nach dem Treffen in London am Montag mit, es seien produktive Gespräche über "weitere Schritte" geführt worden. Noch diese Woche werde es zu neuen Kontakten der Gruppe kommen.

Die USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland seien sich einig, dass weiter eine Verhandlungslösung im Streit mit dem Iran angestrebt werde. Vor allem die USA hatten vor dem Treffen eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran gefordert und indirekt auch ein militärisches Vorgehen nicht ausgeschlossen.

Hoher Preis

John Snow, der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, sagte über die Beratungen in London, es müsse dem Iran klargemacht werden, dass er einen hohen Preis für seine nuklearen Ambitionen zahlen müsse. Die Vorstellung, dass der Iran Atomwaffen in die Hand bekomme, sei für die Staatengemeinschaft inakzeptabel.

Zugleich brachte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, eine Erhöhung des diplomatischen Drucks ins Gespräch. Dieser Aspekt könne auch Teil einer neuen Resolution werden, in der schrittweise wachsender Druck auf den Iran zum Ausdruck gebracht werde, sagte er in Washington. Vor allem Russland, das auf atomarem Gebiet mit dem Iran kooperiert, hat immer wieder Zweifel am Nutzen neuer Sanktionen gezeigt. Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich zudem beunruhigt über einen möglichen Militärschlag gegen den Iran. Dass sich solche Spekulationen hartnäckig hielten und immer häufiger auftauchten, gebe Anlass zur Sorge, sagte er bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin.

Lawrow bezog sich explizit auf Äußerungen von US-Vizepräsident Dick Cheney, der bei einem Besuch in Australien die Möglichkeit eines Angriffs auf den Iran nicht ausgeschlossen habe. Die US-Regierung hat jedoch Darstellungen zurückgewiesen, wonach sie als Antwort auf die Haltung des Irans im Atomkonflikt einen Militärschlag vorbereite.

Vergangene Woche ließ der Iran ein Frist der UN ohne jegliches Entgegenkommen verstreichen. Die UN hatten vom Iran verlangt, die Urananreicherung auszusetzen. Der Westen wirft dem Land vor, mit seinem Atomprogramm den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. (APA/Reuters)

  • Gegeners von Ahmadinejad vor dem Foreign and Commonwealth Office in London
    foto:epa/geoff caddick

    Gegeners von Ahmadinejad vor dem Foreign and Commonwealth Office in London

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