Salzburg baut Stadtteil Lehen um

28. Februar 2007, 09:02
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Zwei Großprojekte für "Sorgenkind" im Nordwesten der Landeshauptstadt

Salzburg - Der dicht besiedelte und immer als "Sorgenkind" (Bürgermeister Heinz Schaden) bezeichnete Stadtteil Lehen im Nordwesten der Landeshauptstadt Salzburg wird Zug um Zug umgebaut. Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt "Neue Mitte Lehen": Wo früher das legendäre Lehener Fußballstadion der Salzburger Austria gestanden ist, entsteht derzeit ein Einkaufs-, Dienstleistungs- und Seniorenzentrum mit einigen Mietwohnungen. Zentraler Bestandteil ist der Bau der neuen Stadtbücherei. Auf der 7700 Quadratmeter großen früheren Rasenfläche des Stadions wird ein Park angelegt. Insgesamt sollen für die "Neue Mitte Lehen" rund 30 Millionen Euro verbaut werden.

In der Dimension größer und von den städtebaulichen Anforderungen komplexer ist das zweite Restrukturierungsvorhaben: Im Rahmen des Projekts "Stadt:Werk:Lehen" wird das 4,5 Hektar große Stadtwerke-Areal völlig neu gestaltet. Der städtische Energieversorger ist vor Jahren, nach der Fusion mit der Landesgesellschaft Safe zur Salzburg AG, abgesiedelt.

Viel Grünfläche

Im Rahmen von "Stadt: Werk:Lehen" ist der Bau von 300 geförderten Wohnungen, von Gewerbeflächen für Infrastruktur, Medizin und Wissenschaft geplant. Nach den städtischen Projektvorgaben werden 46 Prozent des völlig verkehrsberuhigten Geländes unverbaut bleiben, davon 7500 Quadratmeter reine Grünfläche.

Während die Entwicklung eines Gewerbekonzeptes durch den Vorarlberger Bauträger "Prisma" laut Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen dürfte, könnte mit dem Wohnbauteil nach Abschluss der Behördenverfahren bereits 2008 begonnen werden. Bauträger sind zwei gemeinnützige Wohnbaugesellschaften; das Land will in die vom Wiener Architektenbüro Transparadiso entworfene Siedlung 32 Millionen Euro Wohnbaufördermittel investieren.

Das Bauvorhaben ist als ehrgeiziger Modellwohnbau konzipiert. Im Zentrum steht dabei ein Energiekonzept nach dem Niedrigstenergiehausstandard, ergänzt durch eine 2000 m2 große Solaranlage. Dafür kann über das EU-Projekt "Green Solar Cities" eine Fördersumme von bis zu 2,3 Millionen Euro lukriert werden. (Thomas Neuhold/DER STANDARD-Printausgabe, 27.02.2007)

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    bild: stadt sbg.
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