Hilfe für schwer heilende Wunden

21. Juli 2000, 19:11

Biokleber befestigt eigene Haut

Würzburg - Erste Studien mit eigener Haut aus der Tube ergaben, dass sie bis zu drei Vierteln aller Menschen mit schwer heilenden Wunden helfen könnte. In einer Studie behandelten ForscherInnen der Chirurgischen Klinik der Universität Würzburg PatientInnen mit eigener Haut, die mit Biokleber auf die Wunde geklebt wird.

Das Verfahren der Haut aus der Tube entwickelten Freiburger MedizinerInnen um Björn Stark. Bei großflächigen Verbrennungen setzten ÄrztInnen es schon in den 90er Jahren ein. Die Würzburger Studie untersucht die Heilung von chronischen Geschwüren am Unterschenkel mit Haut aus der Tube. Seit Herbst 1999 untersuchten die MedizinerInnen 25 PatientInnen, von denen sich bei 75 Prozent die Wunde verkleinerte. Bei 40 Prozent schloss sich die Wunde ganz und gar. In der Nachbeobachtungszeit von neun Monaten trat bisher ein Rückfall ein.

Die Haut für die Wunde stammt aus der Leiste deR PatientIn. Zwei mal ein Zentimeter genügen, um ausreichend Keratinozyten zu isolieren und in einer Zellkultur anzuzüchten. Nach rund 18 Tagen verkleben die ÄrztInnen die Wunde mit den gezüchteten Zellen und Biokleber. Später wird die Wunde mit normalen feuchten Verbänden versorgt und die/der PatientIn darf nach Hause und muss nur noch für die Verbandswechsel in die Klinik. Informationen: PD Dr. Sebastian Debus, E-Mail: sebastian.debus@mail.uni-wuerzburg.de (idw/pte)

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