Kosovo-Serben rufen zu Demonstration auf

2. März 2007, 12:50
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Kundgebung vor US-Botschaft geplant - Wir wollen "serbischen Nationalgeist wiedererwecken"

"Eine Unabhängigkeit des Kosovo werden wir niemals anerkennen", sagte Milan Ivanoviæ, Vorsitzender des serbischen Nationalrats im Kosovo zum Standard. Wie sich die Serben aber widersetzen könnten, falls Prishtina die Unabhängigkeit ausrufen sollte, vermochte er nicht zu sagen. Man rechnet einzig und allein mit dem Vetorecht Russlands im UN-Sicherheitsrat. Sollte der Sicherheitsrat umgangen werden, wäre das eine "Grundlage für neue Unruhen und Auseinandersetzungen in der Provinz", warnte Marko Jaksiæ, Präsident der serbischen Gemeinden im Kosovo. Die Möglichkeit, dass es einzelnen Staaten überlassen wird, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen, bezeichnete er als "chaotisch und äußerst gefährlich".

Unabhängigkeitserklärung

Im Falle einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung Prishtinas, würden die verbliebenen und geflüchteten Serben aus dem Kosovo ein eigenes Parlament gründen, das eine Selbstständigkeit des Kosovo nicht anerkennen würde. Seit die UN vor sieben Jahren die Verwaltung übernommen habe, versuchten die Albaner mit systematischer Gewalt sich des serbischen Territoriums zu bemächtigen, so Jaksiæ. Das Motto sei: je weniger Serben, desto leichter zur Unabhängigkeit. Er warf Ahtisaari vor diese „ethnische Säuberung“ in Kauf zu nehmen, indem er von nur fünf Prozent Kosovo-Serben spricht und die 250.000 Vertriebenen als eine unwiderrufliche Tatsache _akzeptiere. Die Serben im Kosovo befürchteten eine neue, gegen sie gerichtete Gewaltwelle der Albaner und zweifeln, dass die Nato-Friedenstruppe sie beschützen kann.

Ivanoviæ und Jaksiæ riefen zu einer Demonstration am 27. Februar vor der US-Botschaft in Belgrad auf, denn die USA sei der „Hauptpromoter“ eines zweiten albanischen Staates auf dem Balkan. Mit der Aktion wollten sie den "serbischen nationalen Geist wiedererwecken". In der Stadt Peæ im Kosovo detonierte am Montag ein Sprengsatz und beschädigte sieben OSZE-Fahrzeuge.(Andrej Ivanji aus Belgrad/DER STANDARD, Printausgabe, 27.02.2007)

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