Plaut 2006 wieder in der Verlustzone

19. März 2007, 16:11
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Operatives Ergebnis ist vorläufigen Zahlen zufolge von plus 0,5 Millionen auf minus 3,1 Millionen Euro abgerutscht

Wien - Die in Salzburg ansässige börsenotierte Unternehmens-Beratungsgruppe Plaut ist vorläufigen Zahlen zufolge 2006 wieder in die Verlustzone gerutscht. Das operative Ergebnis verschlechterte sich gegenüber dem Jahr davor von plus 0,5 auf minus 3,1 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Montag mit. Dies entspricht einer EBIT-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von minus 16,0 Prozent. Der Umsatz verminderte sich von 32 auf 19,6 Mio. Euro.

Die im Börsensegment General Standard notierte Plaut erzielte im zurückliegenden Geschäftsjahr ein Konzernergebnis von etwa 2,9 Mio. Euro. Durch außerordentliche Einmaleffekte in Verbindung mit den in 2006 abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen wurde damit das Vorjahresergebnis in Höhe von 1,1 Mio. Euro übertroffen.

Außerordentliche Effekte

Das Konzernergebnis von plus 2,9 Mio. Euro ergibt sich unter Einbeziehung der außerordentlichen Erträge aus Darlehensverzichten in Höhe von plus 9,5 Mio. Euro sowie außerordentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Abgang der Tochtergesellschaft in Großbritannien und Frankreich in Höhe von 2,8 Mio. Euro sowie für Aufwendungen im Zusammenhang mit den abschließenden Restrukturierungsmaßnahmen bei den verbliebenen Plaut Gesellschaften in Höhe von rund 0,7 Mio. Euro. Das Ergebnis pro Aktie beläuft sich unter Berücksichtigung aller außerordentliche Effekte auf +0,23 Euro (Vorjahreswert +0,09 Euro).

Das Ergebnis der Management- & IT-Consulting Gruppe im Geschäftsjahr 2006 basiert auf einem Umsatz von rund 19,6 Mio. Euro, der von den Gruppengesellschaften Deutschland und der Schweiz erwirtschaftet wurde. Im Geschäftsjahr 2005 erzielte Plaut einen entsprechend bereinigten Vergleichsumsatz von rund 32,0 Mio. Euro.

Auf Grund von Projektverschiebungen und den damit verbundenen Auslastungsschwierigkeiten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2006 entsprach der Umsatz der Plaut Aktiengesellschaft etwa 90 Prozent des zuletzt prognostizierten Volumens von rund 22,0 Mio. Euro, welches bereits die Trennung von der Plaut Landesgesellschaft Großbritannien berücksichtigte.

Im 4. Quartal 2006 hat Plaut den Angaben zufolge auf Grund organisatorischer interner Maßnahmen und Verbesserungen im Bereich des Akquisitionsprozesses ein ausgeglichenes Quartalsergebnis erwirtschaftet. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen 125 Mitarbeiter (im Vorjahr 174 Mitarbeiter) in den Ländern Deutschland und der Schweiz, wobei der Berateranteil bei rund 80 Prozent liegt.

Bilanzsanierung

Die 2006 durchgeführten Maßnahmen zur Bilanzsanierung sowie der erreichte Darlehensverzicht in Höhe von 9,5 Mio. Euro haben zu einer erheblichen Reduzierung des negativen Eigenkapitals von minus 15,4 Mio. Euro auf minus 6,6 Mio. Euro sowie zu einem deutlichen Abbau der Nettoverschuldung von 12,8 Mio. auf 4,5 Mio. Euro geführt. Die mit Wirkung zum 1. Jänner 2007 erfolgte Einbringung der acctus Gruppe in die Plaut Aktiengesellschaft werde zu einer weiteren deutlichen Verbesserung des negativen Eigenkapitals um 4,2 Mio. Euro führen.

Die verbesserte Positionierung und die anziehende Konjunktur, die bereits im vierten Quartal 2006 verstärkt zur Reaktivierung aufgeschobener Projekte und zu neuen Aufträgen geführt hat und die nach Prognosen einer Reihe von Wirtschaftsinstituten anhalten wird, schlägt sich auch in der aktuellen Plaut Auftragssituation mit einer Reichweite von 5,0 bis 7,0 Monaten Auslastung nieder. Mit der konsequenten Neuausrichtung des Plaut Beratungsfokus auf die Lösungskompetenz bei betriebswirtschaftlich-organisatorischer Beratung im Verbund mit der anerkannten SAP-Umsetzungskompetenz von Plaut, trifft das Unternehmen die über 2007 hinaus anhaltende Kernnachfrage auf dem europäischen Beratungsmarkt.

Plaut stellt sehr klar Kostenmanagement-, Rationalisierungs-, vor allem aber Organisations- und Prozessthemen sowie branchenspezifische Mittelstandslösungen für die Bereiche Chemie / Pharma, Medizintechnik, High-Tech sowie Großhandelslösungen in den Mittelpunkt seines Beratungsangebotes. (APA)

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