Kung-Fu-Attacke: Kein Altach-Protest

8. März 2007, 15:15
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Vorarlberger verzichten auf rechtliche Schritte nach der Attacke von Rapid-Verteidiger Hannes Eder an Stürmer Leonardo

Altach/Wien - Die Verantwortlichen des Vorarlberger Fußball-Bundesligisten SCR Altach werden nach der "Kung-Fu-Attacke" des Rapid-Verteidigers Hannes Eder gegen Stürmer Leonardo im Auswärtsspiel am Samstag (1:2) keine wie immer gearteten rechtlichen Schritte einleiten. "Für uns ist die Sache erledigt", erklärte Altachs Sportlicher Leiter Christoph Längle am Montag und fügte hinzu: "Jeder hat eindeutig gesehen, dass es mehr war als eine Gelbe Karte. Wir werden aber sicher keine Aktionen starten, die ohnehin nichts bringen."

Eder war dem Altach-Stürmer in der 78. Minute in Brusthöhe mit dem ausgestreckten Fuß gegen den Oberkörper gesprungen. Nur das rechtzeitige Abwinkeln des Beins verhinderte eine womöglich gröbere Verletzung von Leonardo. Schiedsrichter Thomas Steiner hatte nach einem DVD-Studium der Partie zugegeben, dass es sich bei der Attacke des Rapid-Neuzugangs wohl um ein Rot-Foul gehandelt hatte. Im Match war der Schiri aber so ungünstig und unmittelbar hinter Leonardo gestanden, dass er lediglich Gelb gezeigt hatte.

Die Schiri-Leistung stieß Längle aber nicht nur wegen des spektakulären Fouls sauer auf. "Das war nicht die einzige Situation. Der Schiedsrichter hatte eine eindeutige Heimtendenz. Traditionsvereine haben eben eine größere Lobby als der eine oder andere Underdog. Wir werden ihn auch in Zukunft nicht ablehnen, um nicht noch zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen."

Altach-Trainer Michael Streiter pflichtete Längle in allen Punkten bei, auch was die Beurteilung von Steiner betrifft: "Hannes (Eder/Anm.) hat sich bei mir per SMS entschuldigt und diese Entschuldigung nehmen wir an. Allerding sollte sich die Schiedsrichter-Kommission einmal näher mit den Leistungen auseinander setzen. Der Herr Steiner hat bei unseren Spielen offensichtlich nie seinen besten Tag. In Graz gegen Sturm hat er zwei von uns ausgeschlossen und jetzt hat er die Partie ebenfalls entscheidend beeinflusst. Rapid hätte eine Viertelstunde mit zehn Mann spielen müssen." (APA)

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