Radikal-islamischer Geistlicher darf abgeschoben werden

8. März 2007, 13:38
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Al-Kaida-Anhänger in seiner Heimat Jordanien wegen Terror-Verwicklung verurteilt

London - Ein unter Terrorverdacht in Großbritannien jahrelang inhaftierter radikal-islamischer Geistlicher kann in sein Heimatland Jordanien abgeschoben werden. Ein spezielles Einwanderungstribunal entschied am Montag gegen die Anfechtung der Abschiebung des mutmaßlichen Al-Kaida-Anhängers Abu Katada. Die britische Regierung begrüßte die Entscheidung als ersten erfolgreichen Test ihrer Anti-Terror-Politik. Katada war in Jordanien in Abwesenheit wegen Verwicklung in Terrorangriffe verurteilt worden.

"Memorandum of Understanding"

Die Entscheidung basiert auf einer Absichtserklärung ("Memorandum of Understanding") zwischen den Regierungen in Großbritannien und Jordanien. Diese soll abgeschobene Terrorverdächtige vor Folter und Misshandlung schützen. Katadas Anwälte befürchten, dass ihr Mandant gefoltert werden könnte, wenn er in sein Heimatland zurückkehren muss.

Der radikal-islamische Geistliche Abu Katada wurde von britischen Medien als "Botschafter Osama bin Ladens in Europa" bezeichnet. Aufzeichnungen seiner Predigten sollen sich in der Wohnung Mohammed Attas, eines der Terroristen der Anschläge vom 11. September 2001, befunden haben. Katada war im März 2005 nach drei Jahren ohne Prozess unter strengen Auflagen aus britischer Haft entlassen worden, bevor er im folgenden August erneut verhaftet wurde.(APA/dpa)

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