Finnland: Tränengas gegen nordkoreanische Diplomaten ein

5. März 2007, 11:50
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Verweigerten laut finnischen Behörden im Zug Vorzeigen von Tickets und Pässen - Polizeihund biss zu

Helsinki - Finnische Polizisten und Zöllner haben zwei nordkoreanische Diplomaten mit Tränengas aus ihrem Zugabteil vertrieben. Wie eine Sprecherin des Außenministeriums in Helsinki am Montag bestätigte, habe sich die Regierung in Pjöngjang in einer offiziellen Protestnote wegen "Kränkung der Menschenrechte" beschwert. Die beiden Diplomaten waren vor zwei Wochen mit der Bahn von Moskau aus nach Finnland gereist. Als sie Zöllnern und Schaffern weder ihre Pässe noch die Fahrkarten zeigen wollten, kam es im Abteil zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.

"Eskalation"

Die von beiden Seiten unterschiedlich dargestellte "Eskalation" sei von nicht überbrückbaren koreanisch-finnischen Sprachbarrieren geprägt gewesen, berichteten finnische Zeitungen. Am Ende füllte die herbeigerufene Polizei das Abteil der widerspenstigen Reisenden mit Tränengas, und legten ihnen anschließend Handschellen an. Auch sei einer der beiden Nordkoreaner von einem Polizeihund gebissen worden, hieß es weiter.

Nach Rücksprache der Polizei mit dem Außenministerium konnten die Männer im nächsten Zug nach Helsinki reisen. Die zuständige Sprecherin des Außenministeriums äußerte Verständnis für den Protest aus Nordkorea: "Das hätten wir umgekehrt sicher auch so gemacht."

Dem Vernehmen nach handelte es sich bei den beiden Nordkoranern um Kuriere mit Diplomatenpost auf dem Weg zur nordkoreanischen Botschaft in Stockholm. Die Reiseroute mit Zug und Schiff hätten die beiden Diplomaten gewählt, weil sie die legendäre Feststimmung auf der Fähre zwischen Finnland und Schweden erleben wollten, hieß es aus finnischer Quelle. (APA/dpa)

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