Polen privatisiert Stettiner Werft

22. März 2007, 15:24
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Statoil und Norsk Hydro als mögliche Käufer - Investor soll mindestens 112 Millionen Euro aufbringen

Warschau - Polen will noch in der ersten Hälfte dieses Jahres die Stettiner Werft privatisieren. Der potenzielle Käufer der Stocznia Szczecinska Nowa (SSN) werde rund 435 Mio. Zloty (112,1 Mio. Euro) investieren müssen, berichtet die polnische Wirtschaftszeitung "Puls Biznesu" (PB). Die SSN ist das Nachfolgeunternehmen der im Sommer 2002 in Konkurs gegangenen Stocznia Szczecinska S.A.

Als mögliche Käufer gelten laut PB die norwegischen Energiekonzerne Statoil und Norsk Hydro, die im zweiten Halbjahr 2007 fusioniert werden sollen.

Haupteigentümer der Stettiner Werft ist die staatliche Agentur für Industrieentwicklung (ARP). "ARP hat in die Werft viel Geld gesteckt, genau gesagt 340 Mio. Zloty (87,6 Mio. Euro). Dieses Geld wollen wir zurück haben, wenn die Werft zu 100 Prozent verkauft wird", sagte ARP-Chef Pawel Brzezicki. Sollte der Staat die Schiffswerft billiger verkaufen, werde er die Differenz dem ARP ersetzen müssen, so Brzezicki.

Restrukturierungsplan

Der Restrukturierungsplan für die SSN sieht einen Investitionsbedarf von 190 Mio. Zloty vor, wovon der neue Eigentümer die Hälfte aufbringen soll. Insgesamt wird der potenziell Investor somit 435 Mio. Zloty aufbringen müssen.

Gerüchten zufolge seien von 34 Aufträgen zum Bau von Schiffen 30 verlustbringend, berichtete "Puls Biznesu". Dazu ARP-Chef Brzezicki: "Das Portfolio ist ein Problem, aber die Mehrzahl der Verträge ist profitabel. Unprofitable werden neu verhandelt. Abgesehen davon sind diese Aufträge deshalb unprofitabel, weil die Stahlpreise derzeit hoch sind, aber sie könnten wieder sinken." (APA)

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