Mensdorff-Pouilly als Zeuge geladen

12. März 2007, 16:26
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SPÖ und Grüne wollen Aussage des Industriellen und Ehemann von Ex-Gesundheitsministerin Rauch-Kallat

Wien - Der Eurofighter-Untersuchungsausschuss des Nationalrats soll seine Untersuchungen nun auch auf die Beschaffung der Abfangjäger in Tschechien ausdehnen. SPÖ und Grüne wollen am Dienstag im Eurofighter-Untersuchungsausschuss die Ladung von Alfons Mensdorff-Pouilly beantragen. Mensdorff-Pouilly, der Mann von Ex-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, könnte laut profil in eine mutmaßliche Bestechungsaffäre des Rüstungskonzerns BAE Systems in der Tschechischen Republik verwickelt sein. Der Geschäftsmann bestreitet diesen Zusammenhang vehement.

Tschechien wählte Gripen

In Tschechien war der schwedische Gripen, der dem Eurofighter technisch unterlegen ist, gewählt worden - im nördlichen Nachbarland wollte man ursprünglich 24 Gripen kaufen. Der Beschaffungsvorgang, von Anfang an von Bestechungsgerüchten begleitet, wurde abgesagt.

Schließlich entschlossen sich die Tschechen, 14 der schwedischen Kampfflugzeuge zu leasen. In englischen Medien wurde die Vermutung geäußert, BAE Systems, ein Teilhaber von Gripen, hätte nachgeholfen. Die britischen Behörden ermitteln nun generell über teilweise Jahrzehnte zurückliegende Flugzeugexporte und die damit verbundenen Einflussnahmen auf die Politik. Ein Vorgang, der unter anderem das (noch offene) Eurofighter-Geschäft mit Saudi-Arabien belastet. (cs, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 26.02.2007)

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