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27. Juli 2007, 20:30
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"Die Joghurt-Lüge" zeigt auf, dass die Entwick­lung zum synthetischen Industrie-Food weiter fortgeschritten ist, als man wahrhaben will

In diesem Buch geht es nicht um eine vielleicht nahe liegende Skandalisierung à la Gammelfleisch, BSE-Skandal oder unappetitliche Praktiken bei der Fleischherstellung. Das Buch geht tiefer: Was bedeutet Functional Food eigentlich? Wie kommen die mit "E" gekennzeichneten Nummerierungen für Lebensmittelkennzeichnungen zustande? Welche Gefahren - und Potenziale - stecken in der "grünen" Gentechnologie, die sich mit Saatgut und Nahrungsmitteln beschäftigt? Was bedeuten die vielen Qualitäts- und Gütesiegel?

Mit dieser grundsätzlichen Annäherung an die Geschäfte der Lebensmitteldindustrie hebt sich das Buch angenehm von vielen anderen ab, die zu dieser Industrie bereits geschrieben wurden. Allerdings, das Fazit der Autoren ist nichtsdestotrotz ernüchternd: "Niemand durchschaut mehr, was er isst." Die Entwicklung hin zum synthetischen Industrie-Food ist weiter fortgeschritten, als der Konsument wahrhaben will.

Dies ist umso bedenklicher, als die Gesetzgebung, etwa bei der Kennzeichnungspflicht von Zusatzstoffen wie Enzymen, (Hefe-) Pilzen etc. nicht vorhanden ist. Die Unbedenklichkeit der insgesamt 312 in der EU zugelassenen Zusatzstoffe abzuschätzen ist "selbst für den Interessierten ein aussichtsloses Unterfangen". Wie sich der Konsument schützen kann? Selbst kochen, meinen die Autoren dazu lapidar. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.2.2007)

  • Marita Vollborn/Vlad D. Georgescu: Die Joghurt-Lüge. Die unappetitlichen Geschäfte der Lebensmittelindustrie. Campus Verlag 2006, 20,50 Euro.
    foto: campus verlag

    Marita Vollborn/Vlad D. Georgescu: Die Joghurt-Lüge. Die unappetitlichen Geschäfte der Lebensmittelindustrie. Campus Verlag 2006, 20,50 Euro.

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