Ticketkauf und das Prinzip Hoffnung

8. März 2007, 10:18
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Erste Verkaufsphase beginnt im März - die Karten werden verlost. Treue Anhänger fühlen sich übervorteilt

Wien - Das Los entscheidet über die Vergabe der Eintrittskarten für Spiele der EURO 2008. Am 1. März beginnt die erste Verkaufsphase, in der rund ein Drittel der Tickets an den Mann und die Frau gebracht werden. Bis Ende April wissen die Besteller, ob sie Glück gehabt haben.

Vertreter größerer Fanklubs sind sich in ihrer Kritik bezüglich fehlender Bevorzugung treuer österreichischer Anhänger, die auch in weniger guten Zeiten die heimischen Stadien gefüllt haben, einig. Bei dem großen internationalen Andrang sei der Vergabemodus, wie er schon bei den vergangenen Großereignissen praktiziert worden war, die fairste Lösung, kontert EURO-2008-Mediendirektor Wolfgang Eichler.

Österreicher haben in der ersten Verkaufsphase zumindest den Informationsvorsprung des Wissens um Spielort und Spieldaten ihres Teams in der Vorrunde (das Wiener Ernst-Happel-Stadion am 8., 12. und 16. Juni 2008). Interessierte aus anderen Ländern müssen vollständig ins Blaue bestellen.

Eine Treueaktion des ÖFB kommt erst in späterer Folge, im Dezember 2007, zum Tragen. In Zusammenarbeit mit ÖTicket wird seit November 2006 pro Person die Anzahl an gekauften Karten für Länderspiele in eine Rangliste eingetragen, die auf www.oefb.at einzusehen ist. Die Plätze 1 bis 100 erhalten ein Vorkaufsrecht für je zwei Karten auf alle Gruppenspiele des Nationalteams, die Plätze 101 bis 1.300 auf je zwei Tickets für eine der drei Partien in Wien.

Nicht alle halten das aber für gerecht. "Großeinkäufer" würden die Rangliste verfälschen. "Mehr Karten zu bestellen, heißt nicht automatisch, ein treuerer Fan zu sein", erklärte etwa Christof Laumer. Der Niederösterreicher hat seit 1996 nur ein einziges Heimspiel der Österreicher versäumt - jenes im August 1998 gegen den damals amtierenden Weltmeister Frankreich (2:2), weil seine Tochter zur Welt kam.

Österreichs EURO-Partner Schweiz hatte für die Spiele der "Nati" bei der WM 2006 in Deutschland ein Vorkaufsrecht an jene Anhänger vergeben, die belegen konnten, zuvor zu zumindest vier Auswärtsspielen gereist zu sein. Ein ähnliches System könnte auch bei der Heim-EM zur Anwendung kommen.

Basisinformationen fehlen

Für die erste Verkaufsphase bleibt also einzig das Prinzip Hoffnung, denn nicht einmal die Kartenpreise sind derzeit noch bekannt. Bestellungen müssen aber finanziell gedeckt sein. Die allermeisten Fan-Vereinigungen wollen sich davon aber nicht abschrecken lassen. Bloß einige organisierte Fans von Rapid und Austria wollen sich dem Großereignis dennoch verschließen - aus stillem Protest gegen die Kommerzialisierung des Fußballs. Ihre eigenen Vereine seien ihnen wichtiger. (APA/red)

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