IG Autoren fordern Rücktritt von Wolfgang Lorenz

5. März 2007, 12:10
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Geschäftsführer Ruiss: "Nachweisliche Inkompetenz in Programmfragen" - ORF weist Rücktrittsaufforderungen zurück

Wien - Die Generalversammlung IG Autorinnen Autoren hat am Samstag den sofortigen Rücktritt des ORF-Programmdirektors Wolfgang Lorenz gefordert. Geschäftsführer Gerhard Ruiss warf ihm in einer Aussendung "nachweisliche Inkompetenz in Programmfragen und fundamentale Missachtung des ORF-Kulturauftrags" vor.

Lorenz habe nicht nur den bisherigen Platz in ORF 1 für die "Zeit im Bild 1" geräumt und ihn der täglichen Sitcom "Mitten im Achten" zur Verfügung gestellt, er würde jetzt auch noch die Abschaffung von Kulturmoderationen in Nachrichtensendungen planen sowie die allerletzte im ORF-Fernsehen verbliebene wöchentliche 90-Minuten-Kultursendung "Treffpunkt Kultur" zu einem "50-minütigen Bunten Abend aus Hüttenzauberthemen und Faschingsbeiträgen" zusammenstutzen wollen.

"Vehikel zur größtmöglichen eigenen Präsenz"

"Der kulturellen Öffentlichkeit in Österreich sei keine weitere Selbstinszenierung von Wolfgang Lorenz auf Kosten der Kunst und Kultur zuzumuten", so die Aussendung IG Autorinnen Autoren. Er sollte den Platz für einen ORF-Programmdirektor freimachen, dem Information und Kultur wirkliche Anliegen und "nicht nur ein Vehikel zur größtmöglichen eigenen Präsenz in den Medien sind".

ORF weist Rücktrittsaufforderungen zurück

Der ORF weist die Rücktrittsaufforderung der IG Autoren gegen ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz sowie die Kritik am neuen ORF-Sendeschema zurück. Es handle sich um eine "an der Grenze zum Absurden befindliche Forderung, die angesichts des ausgewiesenen Kunst- und Kulturexperten Wolfgang Lorenz besonders lächerlich wirkt", sagte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl am Samstag Nachmittag in einer Reaktion gegenüber der APA.

Strobl wies im Namen des ORF darauf hin, dass für Fragen des Programmschemas immer noch der ORF-Stiftungsrat zuständig sei. Dieser habe erst vor wenigen Tagen das von der ORF-Geschäftsführung vorgeschlagene neue Programmschema ohne Gegenstimme genehmigt. "Und für inhaltliche Fragen sind ausschließlich die berufenen Stellen des Hauses zuständig", so Strobl.

Fundierte Kritik sei dem ORF und seinen Sendungsmachern immer willkommen, Vorverurteilungen ohne Inhaltskenntnis und Einmischungsversuche in das Programm von außen seien aber zurückzuweisen. "Der Stellenwert der Kultur- und Kunstberichterstattung ist gerade der neuen Geschäftsführung mit Wolfgang Lorenz ein besonderes Anliegen und kommt auch im neuen Programmschema mit vermehrten und besseren Sendeplätzen zum Ausdruck", erklärte der ORF-Kommunikationschef. (APA)

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