Die Bausteine des Universums sind jetzt komplett

24. Juli 2000, 21:36

Das "Tau Neutrino" vervollständigt das Einheitsmodell der Partikel. Physiker stöhnen: "Es war die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.

Batavia - Physiker haben das Partikel gefunden, das die Reihe der Bausteine unseres Universums vervollständigt. Das sogenannte Tau Neutrino wird heute von den Wissenschaftlern des Fermilab Tevatron Teilchenbeschleunigers der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Bereich des sogenannten Einheitsmodells der Partikel vervollständigt das Tau Neutrino die Bestandsaufnahme auf dem subatomaren Level.

Bryon Lundberg, Sprecher des Direct Observation of the Nu Tau (Donut) Experiments, erklärt: "Wir haben endlich den direkten Beweis, dass das Tau Neutrino einer der Bausteine der Natur ist und dass es mit den anderen Partikeln im Einklang mit unseren Theorien der Partikelninteraktionen agiert." Bei dem Domut-Experiment handelt es sich um eine Zusammenarbeit von 54 Physikern aus Amerika, Japan, Korea und Griechenland.

Grafik: pte

"Es ist eine Sache zu denken, dass es da draußen Tau Neutrinos gibt." Lundberg betont: "Wirklich dieses seltene Ereignis zu suchen, wenn ein Tau Neutrino auf einen Atomkern trifft und sich in ein Tau Lepton verwandelt, das ist ein nur schwer durchzuführendes Experiment." 1997 erzeugte der Fermilab Teilchenbeschleuniger einen intensiven Neutrinostrahl, der das Donut-Experiment passierte. Im Ziel interagierte eines von einer Million Tau Neutrinos mit einem Eisenkern und produzierte ein Tau Lepton, das eine signifikante Signatur hinterließ.

Die Wissenschaftler brauchten drei weitere Jahre um den Beweis für die Existenz des Tau Neutrinos zu erbringen. Durch die Entdeckung eines Tau Lepton Partikels und seines Verfalls, wurde die geheime Existenz des Tau Neutrinos enthüllt. "Das Tau Lepton hinterläßt eine Spur, leicht wie die Spur des Lichts auf einem Film, die jedoch dreidimensional ist," erklärt Vittorio Paolone von der University of Pittsburgh. "Die Hauptsignatur eines Tau Leptons ist eine Spur mit einem Knick, der auf den Verfall des Tau Leptons kurz nach seiner Entstehung hinweist."

Lundberg erläutert: "Es war die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Das Experiment zeichnete über sechs Millionen potentieller Interaktionen auf. Durch die Analyse der Signale verschiedener Komponenten des 15 Meter langen Detektors wurden alle bis auf 1.000 mögliche Ereignisse ausgeschlossen. Von diesen 1.000 Ereignissen lieferten vier den Nachweis für das Tau Neutrino." (Nähere Informationen) (pte)

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