Wieder ein neues Siegergesicht

2. März 2007, 13:33
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Eric Guay gewinnt in Garmisch, es war der erste kanadische Ab­fahrtssieg seit dreizehn Jahren - Jerman Zweiter - Gruber auf Platz vier

Garmisch-Partenkirchen - Kein Platz auf dem Podium für Österreich in der zweiten Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen am Samstag. Den Sieg auf der klassischen Kandahar-Strecke holte sich in souveräner Manier der Kanadier Eric Guay vor dem slowenischen Überraschungs-Vortagssieger Andrej Jerman und feierte damit seinen ersten Erfolg im Weltcup. Der Tiroler Christoph Gruber wurde hinter dem Schweizer Didier Cuche Vierter und verpasste das Podest nur um vier Hundertstel. Mit Mario Scheiber als Neunter kam nur noch ein zweiter ÖSV-Läufer in die Top Ten.

Gab es in Garmisch am Freitag in der Ersatzabfahrt für Kitzbühel auf Grund der frühlingshaften Temperaturen ein reines Startnummernrennen, in dem die hinteren Läufer überhaupt keine Chance mehr hatten, so war es am Samstag etwas kälter und auch Läufer mit hohen Nummern hatten ihre Möglichkeiten. Deshalb war der 25-jährige Kanadier Eric Guay mit Nummer 25 und einer halben Sekunde Vorsprung ein verdienter Sieger. Guay sorgte damit für den ersten Abfahrtssieg der Kanadier seit dem 5. März 1994, als Cary Mullen in Aspen triumphiert hatte.

Cuche baut Führung aus

Cuche fuhr als Weltranglistenerster mit Nummer 30 auf Platz drei und baute damit seine Führung im Spezial-Weltcup weiter aus. Jerman, der am Freitag für den ersten slowenischen Abfahrtssieg in der Weltcup-Geschichte gesorgt hatte, bestätigte seinen Vortagserfolg mit Platz zwei.

Pech hatte Gruber, der nach Platz vier bei der WM im Super G erneut um Sekundenbruchteile am Podium vorbeischrammte. "In der Abfahrt aufs Stockerl zu fahren, wäre schon ein Traum gewesen", meinte Gruber, der in Garmisch bereits dreimal als Super-G-Sieger gefeiert wurde. "Meine Fahrt war recht gut, die Piste war auch besser als am Freitag." Noch dazu liegt die Kandahar-Strecke mit wenig Flachpassagen und schweren Kurven dem 30-jährigen Tiroler. Zufrieden war auch Scheiber: "Es war eine saubere Fahrt."

Grugger wieder mit Fehlern

Der Salzburger Hans Grugger, der am Freitag noch auf Platz zwei fuhr, musste sich mit Platz 23 zufrieden geben. Ein schwerer Fehler in der Einfahrt zur FIS-Schneise, die am Freitag Michael Walchhofer zum Verhängnis geworden war, verhinderte ein besseres Ergebnis. "Das war ein Fehler an der schlechtesten Stelle", gestand Grugger. "Aber ich bin froh, dass ich diese Situation noch gestanden und nicht im Netz gelandet bin."

Für Hermann Maier, den "Mister Garmisch", der auf der Kandahar-Streccke vor genau zehn Jahren seinen ersten von insgesamt 53 Weltcupsiegen gefeiert hatte, war diesmal die Reise nach Bayern keinen Cent wert. Am Freitag nur auf Platz 29, war der Flachauer am Samstag dann mit Platz 25 nicht viel besser dran. "Gerade im unteren Teil bin ich eher vorsichtig gefahren. Im Vergleich zum Vorjahr, als ich hier gewonnen habe, bin ich nur runtergefahren. Es fehlte einfach das Engagement", gestand der Salzburger.

In der zweiten Abfahrt nicht am Start war Walchhofer, der sich am Freitag bei seinem Sturz eine schmerzhafte Rippenprellung und ein leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Auch Bode Miller verzichtete auf seine Teilnahme. Die offizielle Begründung: "Hexenschuss". (APA)

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    Erik Guay hat den ersten Sieg in der Tasche.

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    Ins Netz gegangen: Patrik Järbyn.

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