UN-Generalsekretär begrüßt Erklärung gegen Streubomben

2. März 2007, 12:55
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Ban: Einsatz hat schreckliche Folgen - USA wollen an "Cluster Bombs" festhalten

Oslo - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Erklärung der Osloer Konferenz für eine Ächtung von Streubomben begrüßt. Ein Einsatz solcher Waffen habe schreckliche Folgen für die Zivilbevölkerung, erklärte Ban am Freitag nach Angaben von UN-Sprecherin Marie Okabe. Deswegen müssten Streubomben verringert und schließlich ganz abgeschafft werden.

Zum Abschluss der zweitägigen Konferenz in Oslo sprachen sich 46 Regierungen für ein vertragliches Verbot von Streubomben aus. Neben dem Einsatz müssten auch Produktion, Handel und die Lagerung dieser umstrittenen Waffen ab 2008 untersagt werden. Polen, Rumänien und Japan nahmen ebenfalls an der Konferenz teil, lehnten die Abschlusserklärung jedoch ab. Führende Produzenten von Streubomben wie die USA, Israel, Russland und China nahmen gar nicht erst teil. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte die Einigung und sagte, nun biete sich die echte Chance für Regelungen, die die gefährlichen Wirkungen der Streumunition weitestmöglich reduzierten.

"Militärische Option"

Hingegen wiesen die USA die Forderung nach einem Verbot von Streubomben zurück. Die "Cluster Bombs" sollten als eine militärische Option erhalten bleiben, sagte Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington.

Bei Streubomben handelt es sich um Pakete von 200 bis 600 Sprengsätzen, die in Bomben oder Artilleriegranaten gepackt und meist gegen Infanterie- oder Panzereinheiten eingesetzt werden. Die Sprengsätze einer Granate oder Bombe decken eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes ab, wenn sie explodieren. Allerdings detonieren meist zehn bis 15 Prozent der Sprengsätze nicht sofort, manchmal sind es sogar bis zu 80 Prozent. Bei der kleinsten Berührung können sie dann später noch hochgehen. Opfer sind häufig Kinder, die von Form und Farbe der Sprengsätze angelockt werden. (APA/AP)

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