Uribe will direkten Kontakt zu FARC-Guerilla

5. März 2007, 15:11
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Ankündigung des Präsidenten zum fünften Jahrestag der Entführung Betancourts

Bogota - Die Regierung des kolumbianischen Präsident Alvaro Uribe ist bereit, "direkten Kontakt ohne Vermittler" zur linksgerichteten FARC-Guerilla aufzunehmen. Das gab das Präsidialamt in Bogotá am Freitag bekannt, dem fünften Jahrestag der Entführung der früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt durch die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC).

Uribe erlaubte zugleich den Angehörigen von insgesamt 57 Geiseln, welche die FARC-Rebellen gegen rund 500 inhaftierte Kämpfer austauschen wollen, sich direkt mit der Guerilla in Verbindung zu setzen, ebenfalls ohne Vermittler. In diesem Zusammenhang nannte Uribe unter anderen den Namen von Lucy de Gechen, der Frau des verschleppten Senators Jorge Eduardo Gechen. Bislang hatte der rechtsgerichtete Staatschef darauf gesetzt, die Geiseln gewaltsam zu befreien.

Die Grünenpolitikerin Betancourt war während ihres Wahlkampfs für die kolumbianische Präsidentschaft am 23. Februar 2002 in die Hand der Rebellen geraten, als sie versuchte, 600 Kilometer südlich von Bogotá auf dem Landweg in die Rebellenzone bei Florencia zu gelangen. Damals wurde auch ihre Beraterin Clara Rojas verschleppt. Von beiden Frauen fehlt seitdem jede Spur. Die Schwester der Entführten, Astrid Betancourt, hatte am Mittwoch im französischen Fernsehen gesagt, möglicherweise habe die Guerilla sie außer Landes gebracht, um sie vor militärischen Einsätzen der kolumbianischen Armee zu schützen. Ingrid Betancourt verfügt neben der kolumbianischen auch über die französische Staatsbürgerschaft. (APA)

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    Präsident Uribe will Direktgespräche mit der Farc

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