Einkaufen ist Chefsache

24. Februar 2007, 12:00
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Friedrich Scheck, Vorstand der Eco Business AG, möchte nicht vom Platzen einer Blase sprechen. Dass der Markt aber bald leergekauft sein könnte, glaubt auch er

Über seine Pläne sprach Scheck mit Gerhard Rodler.

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STANDARD: Sie bereiten schon wieder die nächste Kapitalerhöhung vor, heißt es gerüchteweise am Markt. Stimmt das?

Friedrich Scheck: Kapitalmaßnahmen gehören in dieser Branche zum täglich Brot. Wann der nächste Schritt jeweils gesetzt wird, hängt naturgemäß nicht nur von der Stimmung am Kapitalmarkt ab, sondern auch von unserer Akquisitionspipeline.

STANDARD: Wie lange kann dieses Tempo bei den Kapitalerhöhungen gut gehen?

Scheck: So einfach kann man das nicht runterbrechen. Es gibt in unseren Kernregionen Österreich und Deutschland und auch in den CEE-Staaten nach wie vor enormen Aufholbedarf. Wenn sich viele Mitbewerber um die gleichen Immobilien bemühen, muss man sein Investitionsprofil eben noch kantiger definieren und noch differenzierter vorgehen. Interessant ist, dass es heute am Kapitalmarkt bereits als charmant gilt, mehr investieren zu können, als Kapital verfügbar ist. Früher war es umgekehrt.

STANDARD: Trotzdem denken Sie schon wieder über eine Kapitalerhöhung nach?

Scheck: Ich kann natürlich nur für unseren Konzern sprechen. Wir prüfen den Erwerb von Business-Immobilien tatsächlich in einem Ausmaß, das unser derzeit verfügbares Kapital deutlich übersteigt. Aus den Mitteln unserer letzten Kapitalerhöhung können wir unser Portfolio zeitnah auf etwa eine Milliarde Euro ausbauen. Vom Blickwinkel unserer Immobilienpipeline aus gesehen ist eine Verdoppelung unseres Immobilienportfolios von einer Dreiviertelmilliarde auf eineinhalb Milliarden Euro durchaus realistisch. Und: Wir sichern uns die Objekte der Begierde bereits im Vorfeld einer Kapitalerhöhung.

STANDARD: Ist es sinnvoll, wenn sich die einzelnen Immobiliengesellschaften immer stärker um die immer weniger werdenden Objekte am Markt prügeln?

Scheck: Natürlich kochen alle nur mit Wasser, aber durch unsere doch noch überschaubare Größe sind wir eben immer wieder schneller vor Ort. Deshalb ist der Einkauf bei uns Chefsache.

STANDARD: Das beantwortet nicht meine Frage.

Scheck: Wenn es keine vernünftigen Immobilien gibt, die man erwerben kann, ist das Ende des derzeit gegebenen, nicht organischen Wachstums gekommen. Ob das in zwei oder drei Jahren der Fall ist, kann ich Ihnen nicht sagen, aber ich bin deswegen völlig unaufgeregt. Unsere Aktionäre können trotz dieses Umstandes weiterhin gut schlafen. Wenn wir unser Portfolio organisch weiterentwickeln, werden wir - unabhängig davon, wie sich die Kapitalmärkte darstellen - in der Lage sein, unseren Aktionären Dividenden auszuschütten. Aus meiner Überzeugung gibt es absolut keinen Grund zur Aufregung.

STANDARD: Heißt das, dass die viel zitierte Immobilienblase platzen wird?

Scheck: Nein, so eine Immobilienblase sehe ich auf den von uns besetzten Märkten Österreich und Deutschland überhaupt nicht.

STANDARD: Sie haben doch vor Kurzem eine Osttochter gegründet.

Scheck: Das ist richtig. Wir haben großen Zuspruch internationaler, auf den Osten ausgerichteter Fonds. Und wir werden die ECO Eastern Europe Real Estate AG ehebaldigst an die Börse bringen.

STANDARD: Kann man denn auf den Ostmärkten von einer Immobilienblase sprechen?

Scheck: Sicher wird der Hype eines Tages nachlassen. Aber davon werden in erster Linie jene Unternehmen betroffen sein, die besonders aggressiv und hochspekulativ vorgehen. Dazu zählen wir - ebenso wie sehr viele andere Immobiliengesellschaften in Österreich - jedenfalls nicht. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24./25.2.2007)

  • Friedrich Scheck: "Wenn sich Viele um die gleichen Immobilien bemühen, muss man sein Investitionsprofil eben kantiger definieren und differenzierter vorgehen."
    foto: eco business ag

    Friedrich Scheck: "Wenn sich Viele um die gleichen Immobilien bemühen, muss man sein Investitionsprofil eben kantiger definieren und differenzierter vorgehen."

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