Taubendreck fehlt noch: Drehbeginn von "Mitten im Achten"

11. April 2007, 18:28
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Die Macher graben die alte "Mundl"-Küche aus, die WG-Zimmer gehen über von Produktnamen - Ein Besuch am Set - Mit Video

Drehbeginn für die ORF-Daily-Soap "Mitten im Achten", echt österreichisch. Die Macher graben die alte "Mundl"-Küche aus, die WG-Zimmer gehen über von Produktnamen: Ein Besuch am Set mitten im 23. Bezirk.

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Zwei Tage vor Drehbeginn fehlen nur noch letzte Details: "Taubenmist kommt noch", erklärt Filmarchitekt Frank Godt. Ein Altbau im achten Wiener Gemeindebezirk ohne Taubendreck? Unmöglich!

Seit vier Wochen richtet Godt das Studio für die Daily-Sitcom "Mitten im Achten" mitten im 23. Bezirk ein. "Herzstück der Programmreform", sagt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bei der Besichtigung des Studios von Produzent Satel vor Journalisten. Für 1600 m2 Studiofläche plünderte Godt den ORF-Fundus und hat nicht nur ein goldenes Klo gefunden, sondern auch die "Mundl"-Küche.

Liebesleid und -freud

Liebesleid und -freud verbreiten gecastete Jungschauspieler (Verena Huber, Barbara Kaudelka, Michael Pascher, Martin Maier, Laurence Rupp, Nikola Rudle) und bekannte ORF-Gesichter (Angelika Niedetzky, Gerold Rudle, Max Schmiedl) ab April 130 Folgen lang. 50.000 Euro kostet eine, ergibt 6,5 Millionen. Bei dem mit ca. neun Millionen veranschlagten Reformbudget gehen mehr als zwei Drittel für die WG auf. Für Wrabetz ein Schnäppchen: "Vergleichbare Serien kosten in Deutschland 75.000 Euro." Passt die Quote, wird auf 254 Folgen verlängert.

"Echt österreichisch"

"Echt österreichisch", beschreibt Wrabetz die wienerisch eingefärbte Mischung aus "Friends" und "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Die mögliche Abkürzung "MIA" stehe auch für "Made in Austria". Dass österreichische Studenten niederländische Drehbücher übersetzten, weist der ORF vehement zurück. Ob die aus dem US-TV bekannten Konservenlacher bleiben, die in der dem Standard vorliegenden Piloten noch enthalten waren, ist noch offen.

Durchaus Weltklasseniveau herrscht hingegen beim Product-Placement, das bei Fiktion erlaubt ist: Ein scheinbar achtlos in die Haustür gestecktes Kika-Prospekt: "Ja, mit denen läuft was", bestätigt Godt. Von Kelly's kommen Chips, Kaffee von Nescafé, Bier von Zipfer, Computer, Waschmaschine, Fernsehgerät von Samsung, Fernbedienung und Videorekorder von UPC. Zumindest hier beweisen die Macher von "Mitten im Achten" bereits echte Kreativität. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 24./25.2.2007)

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