IT-Branche: Zeitarbeit als neuer Trend

8. März 2007, 11:33
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Kostenreduktion und flexibler Personaleinsatz gefragt - IT-Unternehmen setzen zunehmend auf Zeitarbeit

Flexible Beschäftigungsformen und Zeitarbeit haben ihren Weg in die IT-Branche gefunden. Immer mehr Unternehmen greifen auf Mitarbeiter von Personaldienstleistern zurück, angeboten werden vorwiegend flexible Arbeitsverhältnisse. Dies berichtet die IT-Wochenzeitung Computerwoche in ihrer aktuellen Ausgabe. "Für Firmen ist dies die elegante Art, Mitarbeiter zusätzlich zu rekrutieren", sagt Hans Königes, Ressortleiter Job und Karriere bei der Computerwoche, im Gespräch mit pressetext. Kostenreduktion und flexibler Personaleinsatz bei Projekten sind laut Königes die Gründe für diese Entwicklung.

Zurückgreifen

"Die Diskussion um Kostenstrukturen ist noch nicht zu Ende. Einerseits versuchen Unternehmen Kosten zu reduzieren. So müssen bei Personal von Zeitarbeitsfirmen keine Sozialabgaben bezahlt werden. Der zweite Punkt ist die Flexibilität bei diesen Beschäftigungsverhältnissen", erläutert Königes. Vor allem um Auftragsspitzen besser abfedern zu können, greifen Unternehmen auf Fachpersonal von Zeitarbeitsfirmen zurück. Die Übernahme in langfristige Beschäftigungsverhältnisse ist jedoch eher die Ausnahme, so Königes. Übernahmeangebote erhalten vorwiegend Mitarbeiter mit weiterem Potenzial oder speziellem Know-how.

Investitionsbereitschaft

Die verstärkte Nachfrage von IT-Fachkräften bei Zeitarbeitsfirmen wird durch die erneut steigende Investitionsbereitschaft in den IT-Bereich angetrieben. Während bei reinen Anwenderfirmen wie Banken und Versicherungen kaum neues IT-Fachpersonal aufgenommen wird, kommt dieses vor allem in ausgegliederten IT-Töchtern unter. Auch Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsingenieure treffen derzeit auf verstärkte Nachfrage von Seite der Unternehmen. "Alles, was mit der Schnittstelle zwischen IT und BWL zu tun hat, gehört zu den Themen, die immer wichtiger werden", zitiert die Computerwoche Christina Mankus, Leiterin des Geschäftsbereiches IT beim Personaldienstleister DIS AG.

Lohndrücker

Nach Ansicht von Königes werde sich der Trend zu flexiblen Beschäftigungsformen auch langfristig etablieren. "Diese Entwicklung hat in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich zugenommen", so Königes. Arbeitnehmer würde heute nicht mehr 20 oder 30 Jahre in einem Unternehmen bleiben. Andererseits seien Unternehmen über Zeitarbeit auch dazu bereit, ältere Mitarbeiter wieder einzustellen. Während diese in einem festen Arbeitsverhältnis für viele Unternehmen zu teuer wären, könnten sie aufgrund der entfallenden Abgaben über eine Zeitarbeitsfirma günstiger eingestellt werden.

Nachgefragt

Eine aktuelle Jobscout24-Umfrage unter mehr als 4.500 Nutzern bestätigt den Trend zu anfangs befristete Arbeitsverträgen. Diese werden neuen Mitarbeitern von mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen angeboten. Sechs Prozent der Befragten setzen auf Personal von Zeitarbeitsfirmen. Insgesamt 26 Prozent gaben an, bei Neueinstellungen befristete Arbeitsverhältnisse anzubieten, weitere 34 Prozent führten an, bei entsprechender Leistung in unbefristete Verträge zu wechseln. Ein Fünftel der befragten Unternehmen stellen Mitarbeiter meistens auf Grundlage unbefristeter Verträge ein. Sind Mitarbeiter bereits länger in einem Unternehmen, werden die befristeten Verträge durch unbefristete ersetzt, so ein weiteres Umfrageergebnis. Demnach befinden sich 43 Prozent der befragten Nutzer in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. (pte)

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