Erster slowenischer Abfahrtssieg

2. März 2007, 13:34
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Andrej Jerman siegt in Garmisch-Partenkirchen vor Johann Grugger und Eric Guay, die Bedingun­gen waren nicht die besten - Walchhofer muss nach Sturz am Samstag passen

Garmisch-Partenkirchen - Das erste Rennen nach den Ski-Weltmeisterschaften in Aare hat bei verrückten Bedingungen auch ein ebensolches Ergebnis gebracht: Andrej Jerman triumphierte am Freitag bei frühlingshaften Temperaturen in der ersten der beiden Weltcup-Abfahrten in Garmisch-Partenkirchen und bescherte Slowenien den ersten Sieg in der Königsdisziplin. Dem Salzburger Hans Grugger fehlten als Zweiten im Ersatzrennen für Kitzbühel 22/100 auf den Sieg.

Grugger trotz Schnitzer happy

"Es war ähnlich wie den ganzen Winter: Teilweise bin ich sehr gut gefahren, aber im Steilen hatte ich zwei Fehler", erklärte Grugger, der wusste, dass ihn diese Schnitzer den Sieg gekostet haben. "Trotzdem bin ich total happy mit diesem Platz. Mit solchen Fehlern Zweiter werden, das ist irrsinnig gut." Allerdings wusste der Bad Hofgasteiner, dass er sein bestes Resultat auch Startnummer 7 zu verdanken hatte. "Denn für die hinteren Nummern war es irrsinnig schwer."

13 Grad Celsius und ein extrem nasser sowie stumpfer Schnee sorgten für eine extrem schlechte, weiche Piste und somit irreguläre Bedingungen. Von den Top 8 der Weltrangliste kam nicht ein einziger in die Top Ten! Jerman erwies sich dagegen mit Nummer elf als "Superhirn im Firn" und durfte am Ende über den Sensationssieg jubeln.

Glücklicher Jerman

"Ein Wahnsinn! Das ist der verdiente Lohn für all die jahrelange, harte Arbeit, denn mein Ziel war es immer, zur Weltklasse zu gehören. Ich bin so glücklich", frohlockte der 28-Jährige, der bisher einen vierten Platz am 28. Dezember 2006 in Bormio als bestes Weltcup-Ergebnis zu Buche stehen hatte.

Die mit Abstand beste Leistung mit einer hohen Nummer gelang dem Kanadier Erik Guay, der noch den Sprung aufs Stockerl schaffte. "Es war sehr schwierig für die Läufer mit den höheren Nummern, auch schon für mich mit Startnummer 21. Ich musste alles riskieren, um aufs Podest zu kommen", betonte der 25-Jährige.

Maier langsamster Top 30-Fahrer

Der unmittelbar vor Guay gestartete ÖSV-Superstar Hermann Maier kam dagegen nicht über Rang 29 hinaus. "Ich bin mit viel Einsatz gefahren, habe aber keinen Zug auf den Ski bekommen. So ein Resultat ist ein Wahnsinn. So ein Rennen sollte man am besten sofort vergessen und sich gar nicht ärgern", meinte der Salzburger, der vor exakt zehn Jahren am 23. Februar 1997 mit dem Super-G-Triumph in Garmisch sein erstes von bisher 53 Weltcup-Rennen gewonnen hatte.

Nachdem der erste Ärger verflogen war, machte sich bei Maier Selbstironie breit: "Mit diesen Temperaturen passe ich mich langsam dem Sommer an: Ich fahre wie ein Urlauber!" Und für Samstag hatte der Flachauer bereits eine Idee: "Ein wahnsinnig breiter Ski wäre hier am besten, da kommt man dann nicht so schnell auf den Skischuh."

Schwerer Sturz von Walchhofer

Michael Walchhofer hatte dagegen keine Zeit zum Scherzen, denn er stürzte vor der Einfahrt in die FIS-Schneise und musste ins Krankenhaus nach Garmisch gebracht werden. "Er hat eine Gehirnerschütterung und eine Rippen-Prellung", erklärte Trainer Walter Hubmann. Walchhofer kann die zweite Abfahrt am Samstag nicht bestreiten und wird von Thomas Graggaber ersetzt werden. Der Salzburger hatte vor der Linkskurve verschnitten und war geradeaus in die Fangnetze gerast.

ÖSV-Alpinchef Hans Pum schmerzte aber nicht nur dieser Ausfall. "Alle, die für die 30er-Startregel sind, müssen da mit einer hohen Nummer runterfahren. Von wegen Zuschauerquote und Spannung, bei so einem Rennen schaut ja keiner mehr zu, wenn die Besten keine Chance haben", lautete der verärgerte Kommentar von Pum, der Unterstützung von Marco Büchel kam.

Kritik vom Ein-Mann-Team

"Wenn Liechtenstein eine große Stimme in der FIS hätte, würde es diese 30er-Regel sofort kippen. Aber leider bin ich ein Ein-Mann-Team. Und morgen wird es hier in Garmisch auch nicht anders sein als heute, denn täglich grüßt das Murmeltier", nahm's auch der 35-Jährige aus Balzers mit Galgenhumor.

Grugger hatte am Freitag gleich doppelten Grund zu feiern: Denn Fritz Strobl und seine "Downhill Gang", der bekanntlich auch der Salzburger angehört, schafften nämlich mit ihrer Single "Genie auf die Ski" den Vorstoß auf Position zwei und damit die bisher beste Platzierung in den Austrian Top 40. (APA)

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    Andrej Jerman hat seinen ersten Sieg in der Tasche.

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