Kolportiert: Aus für Werke in vier Ländern

1. März 2007, 14:28
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IG Metall hält keinen einzigen Mitarbeiter für entbehrlich: "Die Werke brummen ohne Ende"

Paris/Hannover - Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS könnte sich im Rahmen der Sanierung bei seiner Flugzeugtochter Airbus nach einem Zeitungsbericht in Deutschland, in Frankreich, Spanien und Großbritannien von Werken trennen. So stehen für den Sanierungsplan "Power8" nach einem Bericht der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" vom Freitag in Deutschland die Standorte Varel, Nordenham, Laupheim und Buxtehude zur Disposition. In Frankreich seien es die Standorte Meaulte, Saint-Nazaire, Rochefort und Tarbes, in Großbritannien Filton und in Spanien Purto Real. Die Verantwortlichen auf deutscher Seite würden zudem darauf verzichten, beim neuen Modell A350 den Zuschlag für den Bau des Zentralrumpfs zu bekommen, schrieb die Zeitung.

Für die Airbus-Werke Hamburg, Stade und Bremen solle es eine Bestandsgarantie geben, bestätigte der Bremer Bundestagsabgeordnete Volker Kröning (SPD) der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" vom Freitag ohne Angabe seiner Quelle. Der Betriebsratschef des Werks Nordenham, Michael Eilers, sagte der Zeitung, ein Herauslösen des Werkes aus dem Airbus-Verbund sei für die Existenz des Standortes hoch riskant. Das Werk wäre von Forschung und Entwicklung getrennt, auch fehlten Abteilungen, die für den Vertrieb der Produkte aus Nordenham sorgten.

Nach Ansicht des für den Bezirk Küste zuständigen Sprechers der IG Metall, Daniel Friedrich, ist die Auslastung der Airbus-Werke so hoch, dass Stellenstreichungen nicht möglich sind. "Ich weiß nicht, wo Airbus das Personal einsparen will", sagte er im Bayerischen Rundfunk: "Die Werke brummen ohne Ende, da wird rund um die Uhr gearbeitet." Die Auslastung liege fast am Maximum. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass da irgendeiner entbehrlich ist." Sollte es dennoch zu Einschnitten kommen, müssten die Zukunftschancen des Konzerns gerecht zwischen den beteiligten Nationen aufgeteilt werden, sagte der Gewerkschafter. (APA/AFP)

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