Wiener Börse am Donnerstag: ATX schwächer nach Stimmungsdreh

2. März 2007, 17:57
posten

"Nervöse Aktienmärkte" - Andritz mit guten Ergebnissen - Erste Bank fester

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Donnerstag bei hohem Volumen mit schwächeren Notierungen beendet. Der ATX fiel 32,12 Punkte oder 0,74 Prozent auf 4.303,36 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 71 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 4.374 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17:30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,00 Prozent, DAX/Frankfurt -1,15 Prozent, FTSE/London -0,72 Prozent und CAC-40/Paris -1,10 Prozent.

Der ATX verabschiedete sich am Berichtstag nach einem volatilen Geschäft im negativen Terrain aus dem Handel. Nach Aufschlägen von mehr als zwei Prozent im Eröffnungshandel rutschte der heimische Leitindex im Verlauf gleichzeitig mit den europäischen Leitbörsen ab und drehte in den Minusbereich. "Europaweit sind die Aktienmärkte nach den jüngsten Kurseinbrüchen weiterhin sehr nervös - die Korrektur scheint noch nicht ausgestanden", bemerkte ein Marktteilnehmer.

Dementsprechend schwankungsfreudig gestaltete sich auch das Geschehen bei den Einzelwerten. Andritz-Aktien zogen im Frühgeschäft nach Publikation überraschend guter Geschäftsergebnisse für 2006 um mehr als fünf Prozent an und reduzierten das Plus bis zum Sitzungsschluss auf 0,06 Prozent bei 159,60 Euro (178.890 Stück).

Andritz übertrifft Erwartungen

Andritz hat 2006 seinen Umsatz um 55 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro gesteigert und das Betriebsergebnis um 50 Prozent auf 159,8 Mio. Euro erhöht. Damit wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen. Ein Händler sprach von "super Zahlen". Die Analysten der Berenberg Bank haben vor dem Hintergrund der Jahresergebnisse ihre Anlageempfehlung von "Hold" auf "Buy" angehoben. Das Kursziel schraubten die Experten von 176 auf 185 Euro nach oben.

Erste Bank-Titel schmälerten ihren Kurszuwachs auf 0,60 Prozent bei 56,50 Euro (1.872.647 Stück), nachdem bei 58,33 Euro das Tageshoch markiert wurde. Die Analysten der Deutschen Bank haben nach den starken Jahreszahlen vom Vortag ihre Anlageempfehlung von "Hold" auf "Buy" nach oben gesetzt und das Kursziel von 63,50 auf 70 Euro erhöht.

Raiffeisen International schwenkten merklich in den Minusbereich und gingen um 2,74 Prozent auf 98,91 Euro zurück (515.636 Stück).

EVN rutschten um 4,08 Prozent auf 81,68 Euro ab (61.827 Stück). Hier meldete sich die Societe Generale zu Wort und kürzte das Kursziel für die Aktien des heimischen Energiekonzerns von 97 auf 92 Euro.

Semperit zogen hingegen um 2,80 Prozent auf 31,96 Euro an (66.133 Stück). Die Industriegruppe hat 2006 zum 16. Mal in Folge Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag erwirtschaftet. Der Nettogewinn erhöhte sich um neun Prozent auf 40 Mio. Euro, lag jedoch unter den Erwartungen der Analysten.

Die zehn größten Kursgewinner

1. UNTERNEHMENS INVEST AG +5,93 Prozent

2. CHRIST WATER TECHNOLOGY AG +4,54 Prozent

3. SCHOELLER-BLECKMANN AG +3,98 Prozent

4. SPARKASSEN IMMOBILIEN AG +3,57 Prozent

5. DO&CO RESTAURANTS&CATERING AG +3,48 Prozent

6. UBM REALITÄTENENWICKLUNG AG +3,06 Prozent

7. SEMPERIT AG HOLDING +2,80 Prozent

8. FRAUENTHAL HOLDING AG +2,79 Prozent

9. JOWOOD PRODUCTIONS SOFTWARE AG +2,75 Prozent

10. SW UMWELTTECHNIK AG +2,49 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer:

1. ROBECO N.V. -4,46 Prozent

2. EVN AG -4,08 Prozent

3. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG -3,67 Prozent

4. CONWERT IMMOBILIEN INVEST AG -3,67 Prozent

5. INTERCELL AG -3,36 Prozent

6. HEAD N.V. -3,16 Prozent

7. KTM POWER SPORTS AG -2,99 Prozent

8. A-TEC INDUSTRIES AG -2,84 Prozent

9. WOLFORD AG -2,83 Prozent

10. IMMOEAST AG -2,77 Prozent

(APA)
Share if you care.