Arbeitsgericht hebt Hausverbot auf

28. März 2007, 10:37
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Kik-Chef Seebacher: Andreas Fillei wurde unter anderem wegen rückläufiger Umsätze entlassen, er hatte "den Kopf nicht bei der Sache"

Wien - Der Arbeitskonflikt bei der Textilkette KiK um die Entlassung des Spitzenkandidaten für die geplante Betriebsratswahl, Andreas Fillei, spitzt sich zu.

"Wir haben nicht das Geringste gegen eine Betriebsratswahl", so KiK-Österreich-Chef Wolfgang Seebacher in der Freitag-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Format". Die Entlassung des KiK-Filialleiters Andreas Fillei, der zwei Tage nach der Ausschreibung der Betriebsratswahl als Kandidat ohne Angabe von Gründen fristlos entlassen worden war, habe einen anderen Hintergrund.

Die Umsätze in Filleis Filiale seien merklich zurückgegangen, so Seebacher. "Wir waren auch aus anderen Gründen nicht mit ihm zufrieden. Mehrmals haben wir ihn per Verwarnung darauf hingewiesen, doch er hatte seinen Kopf nicht bei der Sache".

Fillei weist die Vorwürfe im "Format" zurück: "Bis zur Bekanntgabe meiner Kandidatur war das Management mit meiner Leistung sehr zufrieden. Ich wurde oft gelobt und war auch als möglicher Bezirksleiter im Gespräch."

"Belästigung"

Warnschreiben habe es nur im Hinblick auf seine Kandidatur gegeben. Man habe ihm mitgeteilt, dass sich die Mitarbeiter durch seine Wahlwerbung belästigt fühlen würden, so Fillei und "dass ich diese unterlassen solle." Seebacher sagte dazu, er habe von Filleis Kandidatur nichts gewusst. "Es gab keine offizielle Liste für die Betriebsratswahl."

Fillei hat seine Entlassung gemäß Angestelltengesetz § 27 mit sofortiger Wirkung und Hausverbot in allen Filialen am 14. Februar d. J. erhalten. Zu Wochenbeginn hat Fillei bei Arbeits- und Sozialgericht auf Wiedereinstellung geklagt. Spätestens eine Woche vor Verfahrensbeginn muss dem zuständigen Richter vom Arbeitgeber der Entlassungsgrund bekannt gegeben und auch nachgewiesen werden.

Auch Frauenministerin Doris Bures habe ihre Solidarität ausgesprochen und an die KiK-Geschäftsführung appelliert, demokratisch legitimierte Betriebsratswahlen zuzulassen und die Kündigung von Fillei aufzuheben, hieß es. Laut GPA sind bisher mehr als 6.000 Protestmails von Kollegen gegen die Fristlose von Fillei eingegangen.

Wie die GPA unterdessen mitteilte, wurde das Hausverbot für Fillei per Gerichtsbeschluss aufgehoben. Fillei könne somit ab sofort wieder als Kandidat für die Betriebsratswahl beim Textildiskonter KiK Wahl werbend in den Filialen tätig sein, heißt es in einer Aussendung. (APA)

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