Überhitzte Laptops - Intel entwickelt alternative Temperaturkontrolle

8. März 2007, 11:25
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Sensoren überwachen Farbe von hitzeempfindlichem Kontroll-Material

Der Halbleiterhersteller Intel hat eine Technik entwickelt, um mithilfe eines speziellen, farbverändernden Materials die Überhitzung von Laptops zu verhindern. Das Material wird an der Innenseite des Notebook-Gehäuses angebracht. Es reagiert auf Hitze und ändert dabei seine Farbe. Eine Lichtquelle beleuchtet es, so dass ein entsprechender Sensor die Farbe erkennen kann. Grün bedeutet kühl, verfärbt sich die Oberfläche rot, so deutet dies auf Hitze hin. Das System reagiert darauf, indem der Prozessor entweder gedrosselt wird oder zusätzliche Lüfter für Abkühlung sorgen. Intel hat diese Methode zur Temperaturüberwachung bereits zum Patent angemeldet.

Thermometer

Motherboards der oberen Preisklasse haben zumeist einen Thermometer integriert, der die Wärmeentwicklung im Gerät überwacht und bei Bedarf regelt. Durch fortschreitende Miniaturisierung produzieren die eingesetzten Chips mehr Hitze. Notebooks werden zudem ungleichmäßig heiß. Energiehungrige Teile wie CPU und Grafikprozessor entwickeln viel Hitze und geben sie zum Teil direkt über das Gehäuse ab. Die Temperatur des Laptop-Oberflächenmaterials ist daher schon beim Design des tragbaren Rechners eine wichtige Komponente. Die abgegebene Wärme darf für den Nutzer nicht unangenehm werden oder ihn gar verletzen, heißt es im Patentantrag.

Kritische Stellen

Intel nennt zwei Möglichkeiten zur Kontrolle. Bei der einen werden Temperatursensoren an kritischen Stellen des Laptop-Gehäuses platziert. Dies erhöhe jedoch aufgrund der erforderlichen Verkabelung die Komplexität der Konstruktion. Die Alternative sieht vor, die Abstrahlung mit Infrarot-Sensoren zu messen, die allerdings teuer sind. Die neue Technik ist um einiges genauer und effektiver, betont Intel. Die Hitzefrage wurde vor allem bei Apples Macbooks ein Problem. Die tragbaren Macs wurden so heiß, dass Apple seit dem letzten Jahr die Bezeichnung "Laptop" auf seiner Seite vermeidet. Denn man kann sich mit MacBook und MacBook Pro den Schoß ("lap") verbrennen. Seit dem Erscheinen der ersten Intel-Notebooks konnte Apple die Hitzeentwicklung allerdings senken. Wann die Intel-Technik marktreif sein wird, steht noch nicht fest. (pte)

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