Finnland plant Streubomben als Ersatz für Landminen

2. März 2007, 12:55
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Helsinki kann sich höchstens "technische Beschränkungen" bei Streumunition vorstellen

Helsinki - Während sich Länder wie Österreich, Norwegen und Belgien um ein internationales Verbot der so genannten Streubomben einsetzen, plant Finnland derartige Waffen als Ersatz für die bis 2016 auszumusternden, international bereits von zahlreichen Staaten geächteten Landminen anzuschaffen. Die Chefin der Abteilung für Rüstungskontrolle im Außenministerium in Helsinki, Laura Kansikas, bestätigte am Donnerstag in der Hauptnachrichtensendung des finnischen Fernsehens YLE, dass die Beschaffung von Streumunition durch die Armee vorgesehen ist.

"Technische Beschränkungen"

Kansikas nimmt derzeit an einer internationalen Konferenz in Oslo teil, wo Vertreter von 48 Staaten über ein mögliches Verbot zumindest bestimmter Arten von Streumunition diskutieren. Finnland sei bereit, über "verschiedene technische Beschränkungen" zu diskutieren, für ein Totalverbot der Streubomben sei Helsinki jedoch nicht zu haben.

Nach jahrelangem Zieren entschied Finnland vor rund zweieinhalb Jahren, der Internationalen Kampagne zur Ächtung von Landminen (ICBL), dem so genannten Vertrag von Ottawa, im Jahr 2012 beizutreten. Die Vernichtung der in finnischen Arsenalen lagernden Landminen soll anschließend bis 2016 abgeschlossen sein. Finnland berief sich in seiner Haltung bezüglich der umstrittenen Waffen stets auf die notwendige Sicherung seiner rund 1.300 Kilometer langen Ostgrenze mit Russland. (APA)

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