Mentaltraining der besonderen Art

26. Juli 2007, 12:58
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Warum auf all die vielen guten Dinge des Lebens verzichten, fragt sich Christian Matthai in seiner Kolumne und findet dass Fasten heute mehr Sinn denn je macht

Ich persönlich faste jedes Jahr und das sieht folgendermaßen aus. Ich verzichte ganz bewusst auf die Dinge, die mir besonders gut schmecken. Und somit esse ich erst mal keine Süßigkeiten. Das heißt, ich verzichte auf Zucker jeder Art. Zusätzlich meide ich Alkohol und versuche insgesamt auch etwas weniger zu essen. Warum ich das tue?

Wir leben in einer absoluten Überflussgesellschaft

Kennen Sie die Momente der Reizüberflutung? Sie gehen in einen riesigen Supermarkt. Mit ganz konkreten Vorstellungen. Sie visieren das Regal an und stehen davor. Schwenken den Kopf von oben nach unten, von links nach rechts und plötzlich.... peng! Reizüberflutung. Keine Ahnung mehr was ich nehmen Es ist paradox, dass ein Zuviel so stören kann.

Mentaltraining Fasten

Fasten ist so zu sagen zu einem Mentaltraining für mich geworden. Um den permanenten Verlockungen der Lebensmittel und meinen Freunden, die sich leider nicht von meiner Begeisterung fürs Fasten anstecken lassen, zu widerstehen. Es heißt zusehen während meine Freunde schlemmen. Bewußt verzichten während andere kräftig zugreifen.

Die ersten Tage sind ziemlich hart

Haben Sie schon über einen gewissen Zeitraum auf etwas verzichtet? Die ersten Tage sind ziemlich hart. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich an die eine oder andere Einschränkung. Kann die Dinge dann auch wieder viel mehr genießen. Weiß Gewisses einfach mehr zu schätzen. Und entdeckt Altes wieder neu.

Ich sehe das Fasten sozusagen auch als eine Schulung der persönlichen Genussfähigkeit an. Mit dem Nebeneffekt des günstigsten Mentaltrainings der Welt. Reizvoll, dieser Rückzug aus der Reizüberflutung, oder?

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