Griechenland: Ausschreitungen bei Studenten-Demonstration in Athen

5. März 2007, 11:50
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Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken vor - Landesweite Proteste gegen umstrittene Reformen des Bildungssystems

Athen - Am Rande einer Demonstration gegen geplante Reformen des Bildungssystems, an der rund zehntausend Menschen teilnahmen, ist es am Donnerstag in der griechischen Hauptstadt Athen zu Ausschreitungen gekommen. Gleichzeitig fanden in mehreren Universitätsstädten friedliche Kundgebungen gegen die Bildungsreform statt.

Umstrittene Bildungsreform

Die griechische Regierung plant, die staatliche Finanzierung der Universitäten zu reduzieren. Statt dessen sollen die Hochschulen durch Studiengebühren und private Sponsoren erhalten werden. Während am Donnerstag die Verfassungsreform, die die Einrichtung privater Universitäten ermöglichen soll, die erforderliche Mehrheit verfehlte, weil die Abgeordneten der sozialistischen PASOK-Opposition bei der Abstimmung den Saal verließen, trennte sich eine kleine Gruppe von der bislang friedlichen Demonstration und attackierten Geschäfte, Banken, Hotels und Polizisten mit Brandflaschen. Die Polizei reagierte mit Tränengas- und Schlagstockeinsatz.

Die Demonstranten zogen sich dann in die Athener Technische Universität zurück. Vor dem Gebäude errichteten sie brennende Barrikaden aus Müllcontainern und griffen die Polizei immer wieder mit Molotow-Cocktails an.

Im Juni 2006 nahm die Regierung ihre Reformpläne vorerst zurück, nachdem in mehreren Universitätsstädten wöchentliche Kundgebungen gegen die Bildungsreform organisiert worden waren. Ob der zweite Anlauf erfolgreicher sein wird, hängt unter anderem vom weiteren Verlauf des Uni-Streiks ab. Bisher hat die Lehrergewerkschaft POSDEP die Proteste unterstützt, am Freitag wollte sie über das weitere Vorgehen entscheiden.

Seit dem Ende der Weihnachtsferien haben die protestierenden Studenten über 300 Universitätsinstitute besetzt. ONNED, die Jugendorganisation der regierenden Neo Dimokratia-Partei, fordert ein Ende des Streiks, weil dieser Studierenden an der ordnungsgemäßen Absolvierung ihrer Lehrveranstaltungen hindere. (bed/APA/dpa)

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    An den Protesten gegen die geplante Reform des griechischen Bildungssystems nahmen 10.000 Menschen teil

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    Demonstranten versuchen, eine Verhaftung zu verhindern.

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