Solana: Keine Gefahr eines Wettrüstens zwischen den USA und Russland

3. März 2007, 18:21
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EU-Außenbeauftragter fordert Austausch über Raketenschild- Pläne

Berlin - Der von den USA geplante Raketenschild in Osteuropa birgt nach Einschätzung des EU-Außenbeauftragten Javier Solana nicht die Gefahr eines neuen Wettrüstens zwischen den USA und Russland. "Ich sehe ein Risiko eines Wettrüstens in Europa nicht", sagte Solana am Donnerstag gegenüber dem Nachrichtensender N24. "Ich glaube nicht, dass das das Ziel irgendeines Beteiligten ist - nicht der Amerikaner, nicht der Russen, nicht der Europäer."

Allerdings sei "die Empfindsamkeit der Russen (...) gegeben (und) intensiv". Dabei gehe es vor allem um solche Anlagen, die nahe der russischen Grenze geplant seien. Washington und Moskau müssten darüber Gespräche führen, "um wieder ein Vertrauensverhältnis herzustellen". Moskau hatte erklärt, es sei über die US-Pläne nicht informiert worden, was Washington bestreitet.

Die USA hatten Tschechien und Polen im Jänner gebeten, Stützpunkte für einen Raketenschild in Europa zur Verfügung zu stellen. Mit einer Radaranlage in Tschechien und einer Abschussbasis für zehn Abfangraketen in Polen will sich die US-Regierung nach eigenen Angaben gegen einen möglichen Angriff aus Nordkorea oder dem Iran rüsten. Russland lehnt das Vorhaben ab und warnt vor einem neuen Rüstungswettlauf. (APA)

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