Mehr Farblicht im Alltag

5. März 2007, 12:39
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LED-Licht als zukunftsträchtige Alternative zur Glühbirne

Dort, wo sie bald ausgestellt wird, hat die Erfindung von Thomas Alva Edison bald ausgeleuchtet. Auch in Museen werden Glühbirnen vor allem durch die "Licht emittierenen Dioden" (LED)ersetzt werden, weil manche der präsentierten Objekte im Scheinwerferlicht der glühenden Birne mit der Zeit bekanntlich unsichtbar werden. LED-Leuchten hingegen verhindern das Ausbleichen von Gemälden, "denn sie geben im Unterschied zu Glühlampen keine Ultraviolett- und keine Infrarotstrahlen ab und viel weniger Wärme", sagt Ruedi Hug, der Geschäftsführer von "Ledon Lighting" in Lustenau, einer auf Lichtgestaltung spezialisierten Tochter des Vorarlberger Lichtunternehmens Zumtobel.

Mit Zumtobel und dem Designbüro Eoos hat Ledon "Tempura" entwickelt, einen "revolutionären" LED-Strahler: Nach Belieben kann die Farbtemperatur des Lichts verändert werden, von Warmweiß (2500 Kelvin) bis Kaltweiß (6500). 50.000 Stunden Strahlzeit werden prophezeit, zwölf Jahre bei zwölf Stunden Betriebszeit, das 50fache einer Glühbirne.

Lange Lebensdauer und die Möglichkeit, in allen vorstellbaren Farben zu leuchten, macht die LED zur interessanten Alternative zur Glühlampe. Zum Beispiel bei Ampeln. Herkömmliche Ampeln benötigen Farbfilter. Werden diese von der Sonne angestrahlt, entstehen Lichtreflexe, die Farbe ist nicht mehr zu erkennen. Dieses "Phantomlicht" werde durch die farbig leuchtenden LED verhindert, sagt Peter F. Hein, Geschäftsführer des Kompetenzzentrum Licht in Aldrans bei Innsbruck.

Lichtinszenierungen

Die Farbvielfalt macht LED auch für Lichtinszenierungen in der Architektur interessant: Zum Beispiel für Akzentuierungen von Fassaden oder beleuchteten Fenstern, deren Lichtfarbe beim Ausblick die Welt mehr oder weniger rosig aussehen lässt. Auch Sicherheitszonen können farbig ausgeleuchtet werden.

Die Fortschritte bei der Entwicklung des Wirkungsgrades von LED "sind enorm", sagt Ledon-Geschäftsführer Hug. In drei Jahren soll es Straßenlaternen geben.

Zu Hause wird die Birne noch erhalten bleiben. Denn LED kostet noch das Zehnfache. (Benedikt Sauer/DER STANDARD, Printausgabe, 23. Februar 2007)

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