Präsidentschaftsanwärter sammeln Unterschriften

2. März 2007, 13:28
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Registrierung endet am 16. März - Le Pen hat nach eigener Darstellung Schwierigkeiten

Paris - Zwei Monate vor der französischen Präsidentenwahl haben die präsumtiven Kandidaten mit dem Sammeln der verfassungsmäßig benötigten Unterschriften begonnen. Von Donnerstag an haben sie bis 16. März Zeit, 500 Unterschriften von gewählten Amtsträgern - Abgeordnete, Senatoren, Regionalräte, Generalräte der Départements und Gemeinderäte - zusammenzubringen. Erst danach werden die Franzosen wissen, wem sie in der ersten Wahlrunde am 22. April ihre Stimme geben können.

Der Wahlkampf ist bereits voll im Gang. Für den Chef der konservativen Regierungspartei UMP, Innenminister Nicolas Sarkozy, die Sozialistin Ségolène Royal und den Chef der zentrumsliberalen UDF, Francois Bayrou, stellt die Hürde von 500 Bürgschaften keine Schwierigkeit dar. Auch die kommunistische Parteichefin Marie-George Buffet hat ihre Unterschriften nach eigener Auskunft sicher.

Jean-Marie Le Pen, Chef der rechtsextremen Nationalen Front (FN), könnte nach eigener Darstellung Schwierigkeiten bekommen. Seit Wochen klagt der Überraschungsteilnehmer der Stichwahl von 2002, dass ihm noch feste Zusagen fehlen. In Umfragen liegt Le Pen zwar bei mehr als zehn Prozent. Allerdings scheuen offenbar viele Bürgermeister und Abgeordnete davor zurück, sich öffentlich hinter ihn zu stellen.

Ex-Erziehungsminister Bayrou will den Zweikampf zwischen Sarkozy und Royal aufmischen. Die Franzosen seien bereit für einen "neuen Deal" jenseits der Parteilager von Links und Rechts, sagte Bayrou am Donnerstag in einem AP-Interview. Sollte er den Sprung in die Stichwahl am 6. Mai schaffen, könnte er gar mit einem Sieg rechnen. Einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung zufolge würde er gegen Sarkozy mit 54 zu 46 Prozent gewinnen, gegen Royal mit 52 zu 48 Prozent.

Bayrou plädiert im AP-Interview für eine pragmatische Politik, die die traditionellen Parteiprogramme überwindet. Er wolle nicht die Protestwähler erreichen, die über Royal und Sarkozy enttäuscht seien, sagte Bayrou. "Ich will die Menschen aus den verschiedenen Lagern sammeln. Ich will eine parteiübergreifende Politik, um das Land aus der Krise zu führen." (APA/AP)

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