Nestlé sahnt kräftig ab: 5,7 Milliarden Euro Gewinn

22. März 2007, 15:25
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Mit Nescafé, Smarties und Maggi-Suppen lässt sich blendend verdienen, wie die Bilanz des weltgrößtes Lebensmittel und Getränkekonzerns Nestlé zeigt

Vevey - Der weltgrößte Lebensmittel- und Getränkekonzern Nestlé konnte den hohen Rohstoffpreisen trotzen und im Geschäftsjahr 2006 einen Rekordgewinn absahnen. Dank starken Wachstums im Kerngeschäft Nahrungsmittel und Getränke - zu den Traditionsmarken gehören Nescafé, Nesquik und Kitkat - verdiente der schweizerische Konzern 9,2 Milliarden Schweizer Franken (rund 5,7 Mrd. Euro) und damit binnen Jahresfrist rund 13,8 Prozent mehr.

Profitiert hat Nestlé auch von der steigenden Nachfrage nach Wellness- und Gesundheitsprodukten, auf die sich der Hersteller von Smarties, Maggi-Tütensuppen und Thomy Mayonnaise langfristig ausrichten will.

"Das Konsumklima ist alles in allem gut, und ich erwarte davon keinen negativen Einfluss auf unser Wachstum. Allerdings wird es auch 2007 höhere Preise vor allem bei Agrarrohstoffen geben", fasste Konzernchef Peter Brabeck in der Jahrespressekonferenz in Vevey am Genfer See zusammen. Zudem wolle Nestlé weiter in seine Marken, Forschung und Kapazitäten investieren. "Dennoch werden wir unsere Wachstumsziele im laufenden Jahr zum zwölften Mal in Folge erreichen", sagte Brabeck zuversichtlich.

Sparen und wachsen

Die hohen Energie- und Rohstoffkosten (Milch, Kaffee und Getreide), Forschungs- und und Marketingausgaben konnte Nestlé bisher mit Größenvorteilen, Einsparungen und Preiserhöhungen wettmachen. Verstärkt hat man sich außerdem mit dem US-Diätspezialisten Jenny Craig und der von Novartis für 2,5 Mrd. Dollar erworbenen Sparte Medizinische Ernährung.

Die Zukunft sieht Nestlé vor allem in lukrativen Wellness- und Gesundheitsprodukten. "Jedes Geschäft aus dem Bereich Nutrition, Health und Wellness, das zum Verkauf steht, ist für Nestlé interessant, und wir werden es uns ansehen", sagte Brabeck. Die Früchte des von ihm vorangetriebenen Konzernumbaus wird der 2008 ausscheidende Brabeck selbst nicht mehr ernten: Ende September will er seinen Nachfolger präsentieren, der gemäß der Tradition aus den Reihen des Nestlé-Managements kommen wird.

Der Konzernumsatz soll 2007 - ohne Akquisitionen und Währungseffekte - um fünf bis sechs Prozent steigen. 2006 setzte Nestlé 98,458 Mrd. Franken um - um rund acht Prozent mehr als 2005 - ein neuer Höchststand. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um zwölf Prozent auf 13,3 Mrd. Franken, die Ebit-Marge um 50 Basispunkte auf 13,5 Prozent. Die Dividende soll um 15,6 Prozent auf 10,40 sfr je Aktie erhöht werden. (Reuters/Anika Lehmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2007)

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    Trotz hoher Rohstoffpreise hat der Konzern mehr verdient.

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